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Buck, Pearl S. - Leben und Biographie



Mit ihren China-Romanen brachte Pearl S Buck den westlichen Lesern erstmals die fernöstliche Kultur und Lebensweise nahe.
      Das Leben in Fernost, das sie in ihren Werken schildert, kannte die Autorin aus eigener Anschauung: Sie wuchs als Tochter eines Missionars in China auf und kehrte nach dem Studium in den USA dorthin zurück. 1921-31 war sie Professorin für englische Literatur an der Universität Nanking. Bereits mit ihrem Erstlingswerk Ostwind - Westwind erreichte sie internationale Beachtung und auch die Trilogie Das Haus der Erde, bestehend aus Die gute Erde , Söhne und Das geteilte Haus , fand eine große Leserschaft, nicht zuletzt wegen der eindringlichen Sprache und des exotischen Sujets. Während Buck in ihren ersten Werken noch genaue Schilderungen des Alltagslebens in China in die Romanhandlung einflicht, nutzt sie die fernöstliche Kulisse später für erfolgreiche Unterhaltungsromane. Nach ihrer zweiten Eheschließung 1935 zog Buck wieder in die USA, wo sie unter Pseudonym auch populäre Romane mit Stoffen aus der Geschichte der USA publizierte. 1938 wurde sie mit dem Literatumobelpreis ausgezeichnet.
      Die gute Erde
In DieguteErde, dem ersten Teil einer Romantri-logie, gibt Pearl S. Buck in einer Sprache von fast biblischer Wucht ein Bild vom Leben der Landbevölkerung in China und registriert an einem exemplarischen Schicksal Anzeichen des gesellschaftlichen Wandels, ausgelöst durch den Kontakt mit der modernen Zivilisation. Inhalt: Buck zeichnet die Lebensgeschichte des Wang Lung von seiner Hochzeit bis zum Tode nach. Er lebt mit seinem alten Vater als Bauer vom Ertrag eines kleinen Landes und kann sich daher nur die hässliche O-lan, die der angesehenen städtischen Familie der Hwang als Sklavin dient, als Ehefrau leisten. O-lan erweist sich als tüchtige Arbeiterin und gebiert ihm zwei Söhne und eine Tochter, die. wie sich bald herausstellt, schwachsinnig ist. Durch einen
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   glücklichen Umstand kann Wang Lung gutes Land von der Familie Hwang dazukaufen, doch die Hungersnot, die infolge der Dürre ausbricht, trifft auch ihn. Die völlig abgezehrte Familie entschließt sich, nach Süden zu gehen; O-lan tötet vor dem Aufbruch ihr viertes Kind unmittelbar nach der Geburt, um die Familie nicht mit einem weiteren Esser zu belasten. Wang Lung verkauft, um die Reise zu finanzieren, auf Anraten seiner Frau Möbel und Gerätschaften, nicht jedoch sein Land. Während seine Frau und die beiden Söhne in der Stadt im Süden betteln, verdingt er sich als Rikscha-Fahrer und erfährt so vom Leben der wohlhabenden Chinesen und der dort lebenden Weißen. An eine Rückkehr in die Heimat ist wegen des geringen Einkommens nicht zu denken, bis Wang Lung und O-lan sich bei Revolutionswirren an der Plünderung des Hauses einer reichen Familie beteiligen und viel Geld sowie Schmuck erbeuten. Damit können sie nicht nur zurückkehren, sondern auch im großen Stil weiteres Land von der Familie Hwang kaufen.
      Wang Lung steigt zum Großgrundbesitzer auf, der sein Land nicht mehr allein bewirtschaften kann, seine Frau schenkt ihm ein Zwillingspaar. Er entschließt sich, eine sinnliche und verwöhnte Frau aus dem Freudenhaus in sein Haus aufzunehmen, was O-lan verbittert. Auch sein verhasster Onkel zieht mit Frau und Sohn bei ihm ein. Nach O-lan stirbt auch Wang Lungs Vater. Während seine beiden älteren Söhne die Schule besuchen, als »Gelehrter« bzw. Kaufmann tätig sind und heiraten, hat er seinen jüngsten Sohn als Nachfolger vorgesehen; dieser weigert sich jedoch, Bauer bzw. Grundbesitzer zu werden, und schließt sich den Revolutionären an. Auf Betreiben des ältesten Sohnes zieht die Familie in die Stadt und übernimmtdas Haus der verarmten Familie Hwang. Wang Lung, der noch eine späte Liebe mit eineT Sklavin erlebt, sieht weiterhin »die gule Erde«, also sein Land, als Fundament seines Reichtums an, doch die beiden ältesten Söhne planen den Grund nach seinem Tod zu verkaufen. Wirkung: Die gute Erde stand zwei Jahre an der Spitze deT US-Bestsellerliste, wuTde dramatisiert und 1937 verfilmt. In der westlichen Kritik hieß es, Bück sei mit dem Buch eine eindringliche Schilderung des chinesischen Alltags gelungen; dies war zweifellos die Intention der Autorin, die sich als Mittlerin zwischen Ost und West verstand. Chinesische Stimmen warfen ihr jedoch vor, sie habe die prägende Wirkung der konfuzianischen Lehre auf die Denkweise der Chinesen vernachlässigt und auch ihre Darstellung des Generationen- und Geschlechterverhältnisses verfälsche die tatsächlichen Gegebenheiten.

Die wichtigsten Bücher von Pearl S. Bück
Ostwind-Westwind 1930 Eine junge Chinesin, die mit einem in den USA ausgebildeten Mann verheiratet ist, erlebt den Zusammenstoß östlicher und westlicher Wertemuster.
      Die gute Erde 1931 Der einfache Landwirt Wang Lung steigt zu Wohlstand auf, muss aber erfahren, dass seinen Söhnen die Bindung an die Erde fehlt, die ein Bauer braucht.
      Söhne 1932 [Das Haus der Erde, Teil 2) Wang LungsältesterSohn führt ein faules Leben als Grundherr, der zweite als skrupelloser Geschäftemacher, der jüngste als Kriegsherr mit Robin-Hood-Gehabe.
      Das geteilte Haus 1935 Der Sohn des Kriegsherrn, Yuan, lernt das moderne Stadtleben kennen, studiert in den USA und stellt sich nach der Rückkehr in den Dienst eines moderaten Fortschritts.
      Die Frau des Missionars/Der Engel mit dem Seh wert, 1936 Eindringlich schildert Pearl S. Bück in diesem autobiografischen Werk das Leben ihrer Eltern, die sich einer christlichen Missionstätigkeit in China verschrieben haben.
      Land der Hoffnung. LondderTrauer 1939 Der Roman gibt einen genauen Einblick in die politische und wirtschaftliche Situation Chinas in den Jahren 1926-37 im Spannungsfeld zwischen Nationalisten und Kommunisten.
      Und weiterführt der Weg nach Westen 1952 Der historische Roman, den Pearl S. Bück nach ihrer Rückkehr in die USA unter dem Pseudonym John Sedges veröffentlichte, handelt davon, wie Siedler Kansas in Besitz nehmen.
     


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