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Bruno, Giordano - Leben und Biographie



Die Theorien von Giordano Bruno nahmen wesentliche Elemente heutiger naturwissenschaftlicher Weltsicht vorweg. Dies betrifft vor allem seine Vorstellung eines unendlichen Universums und einer »Vielzahl von Welten«, in der er die traditionelle geozentrische Astronomie zurückwies und intuitiv über das heliozentrische kopernikanische Weltbild hinausging, das an einem endlichen Universum mit einer Fixstern-Sphäre festhielt. Seine unorthodoxen Ideen vertrat Bruno zu einer Zeit, als sowohl die katholische als auch die reformierten Kirchen rigide aristotelische und scholastische Prinzipien vertraten.
      BTuno, Sohn eines Soldaten, studierte in Neapel Geisteswissenschaften, Logik und Dialektik. Nach seinem Eintritt in den neapolitanischen Dominikanerorden 1565 trug er den Namen Giordano. 1572 erhielt er die Priesterweihe. Vier JafiTe später wurde er jedoch wegen Häresiever-dachts angeklagt, floh und lebte dann in Genf. Bruno trat zum Calvinismus über und gelangte über Frankreich nach England, wo er 1584 seine berühmten sechs italienischen Dialoge verfasste, drei über die Theorie des Universums und drei über Moral. 1592 kehrte er schließlich nach Italien zurück, wo ihn im Jahr daraufsein venezianischer Gastgeber bei der Inquisition anzeigte. Nach seiner Verhaftung folgten jahrelange Untersuchungen. 1597 wurde er angeklagt, 1599 weigerte er sich, seinen Thesen abzuschwören. Am 20. Januar 1600 ordnete Papst Clemens VTll. Brunos Verurteilung an; am 17. Februar 1600 wurde er daraufhin in Rom öffentlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
      Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen
In Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen legte Bruno in exemplarischer und systematischer Weise seine Naturphilosophie dar. Entstehung: Die Dialoge Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen entstanden - wie Das
Aschermittwochsmahl und Vom Unendlichen, dem All und den Welten - während Brunos Aufenthalt in England. Er schrieb das Buch 1584 und publizierte es in einem fiktiven Druckort »Venedig«. Struktur: Das Werk beginnt mit einem ausführlichen Einleitungsschreiben an seinen Gastgeber, den französischen Botschafter in London. Dann fasst Bruno den Inhalt der fünf Dialoge in knapper Form Punkt für Punkt zusammen. Fs folgen vier Gedichte, die nicht in direktem Zusammenhang mit den nachfolgenden Dialogen stehen, aber in poetischer Verschlüsselung Grundmotive von Brunos Philosophie vorstellen: an die Prinzipien des Universums, an den eigenen Geist, an die Zeit und von der Liebe. Es schließen sich die Dialoge an. Die dialogische Form ist für Bruno die Voraussetzung, um seine eigene geistige und historische Situation zu beschreiben: Sein kosmologisches Gedankengebäude steht der aristotelischen Physik entgegen . Er folgt der kopernikanischen Reform, propagiert jedoch ein unendliches Universum und eine unendliche Zahl von Welten in ihm - und beansprucht, die Erkenntnis des Kopernikus, dass die Erde nicht Zentrum des Universums ist, radikal vollendet zu haben. Inhalt: In den Dialogen geht es primär um metaphysische Fragen: Wodurch wird das Universum zu einer in sich beziehungsreichen Einheit? Was sind deren bewegende Kräfte? Die Antworten, die Bruno im Verlauf dieser Dialoge gibt, betreffen verschiedene Problemkreise: die Funktion und den Wirkungsbereich von »Prinzip« und »Ursache« -Gott ist zugleich oberstes Prinzip und erste Ursache; Sein und Wirken der Weltseele als Be-wegungs- und Lebensprinzip des Universums; den Begriff der Materie, an der die Gestalten des Ganzen sich zeigen; das Verhältnis von Materie und Form; das Sein des Einen als göttliches Prinzip und als schaffendes und einigendes Wirken, in dem auch die Wirkung der einzelnen Kräfte gründet. Der Mensch ist dabei der Reflektierende, dessen Blick ins Universum reicht, der aber selbst und in Bezug auf seine »Stellung« im Universum kaum erscheint.
      Wirkung: Obwohl Brunos Ideen auch nach seinem gewaltsamen Tod vielfach unbegriffen blieben, hatten sie doch Einfluss auf die wissen-schaftlichen und philosophischen Strömungen im darauffolgenden 17. Jahrhundert. Friedrich Wilhelm Schelling entwickelte Brunos üenkansätze in seiner Identitätsphilosophie weiter. Auch -> Goethe hatte eine deutliche Affinität zu Bruno. Dessen intuitive kosmologische Vorstellungen antizipierten einige fundamentale Aspekte heutiger naturwissenschaftlicher Konzeptionen des Universums.
     


Fuchs, günter bruno

Für ein Kind Gregor-Dellin, Martin. In: Frankfurter Anthologie 10, 1986, S. 235 - 238. Geschichtenerzählen Fuchs, Günter Bruno. In: Doppelinterpretationen, 1986, S. 218-221. Schlüer, Klaus-Dieter. In: Doppelinterpretationen, 1986, S. 222 - 224. Gestern Grimm, Reinhold. In: Gedichte aus u .....
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Hillebrand, bruno

Unterirdisch Rüter, Hubert. In: Lyrische Labyrinthe, 1995, S. 42 - 46. .....
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Bauer, bruno

-Radikalster Religionskritiker und konservativster Junghegelianer « und sein »Ãœbergang von der Hegeischen Rechten zum Radikalismus« — das waren dramatisierende Kurzformeln für die widersprüchliche Wirkungsweise des B.sehen Werkes. Solche Extreme sollen auch sein Leben gekennzeichnet haben, währen .....
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Bruno, filippo (giordano)

Am Donnerstagmorgen wurde aut dem Campo dei fiori jener verbrecherische Dominikanermönch aus Nola lebendig verbrannt: ein sehr hartnäckiger Ketzer, der nach seiner Laune verschiedene Dogmen gegen unseren Glauben ersonnen hatte, und zwar insbesondere gegen die heilige lungfrau und die Heiligen. Diese .....
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Schönlank, bruno

Laufendes Band Greiner, Bernhard. In: Arbeitswelt, 1974, S. 21 - 28. .....
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Gestern - günter bruno fuchs

Jestern kam eena klingeln von Tür zu Tür. Hat nuscht jesagt. Kein Ton. Hat so schräg sein Kopf j ehalten, war still. Hat nuscht jesagt, als wenn der von jestern war und nur mal rinn kieken wollte, wies sich so lebt. Sogenannte Sekundärliteratur gibt es so gut wie keine über ihn. Aber schli .....
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Bruno hampel das mit dem mais

Bei der folgenden Interpretation gehen wir davon aus, daß mehrere getrennt erarbeitete Einzelergebnisse ein vollständiges Textverständnis ermöglichen, zumal bei verschiedener Aufgabenstellung unter verschiedenen methodischen Gesichtspunkten der Text jeweils mit neuer Motivation durchgearbeitet wird. .....
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Günter bruno fuchs ansprache des autowaschenden vaters an sein kind das drachensteigen möchte

Ein Gedicht? Ja, die wortkarge Sprache und der gestische Rhythmus erweisen es als ein solches. — Eine Erzählung? Ja, eine allsonntägliche Geschichte, in wenigen Worten gesagt. — Der moderne Schriftsteller bedient sich der Form zwischen den beiden Gattungen, des Erzählgedichts. 1. Die einleit .....
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Günter bruno fuchs gedankenaustausch

Das zweite Erzählgedicht des Autors benutzt die Sprache der Allegorie; folgender Gedanke wird in eine personale Aktion übertragen: Die alltäglichen Sorgen finden bei der Behörde kein Gehör. Fragen zur Erarbeitung des Textes: 1. Um welchen Vorgang handelt es sich? Es gibt zwei Möglichkeiten zu .....
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Günter bruno fuchs eine mutter von einundzwanzig kindern

Man sollte den Text von einzelnen Schülern lesen lassen, im räsonierenden Ton einer überlasteten kinderreichen Mutter. Drei Fragen könnten sich anschließen: 1. Was ist los mit dem Jüngsten? Er ist weggelaufen. Er soll etwas Großes und Besonderes werden. 2. Was ist los mit dem Zweitjüngsten? .....
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Trauen, bruno

»Die Biographie eines schöpferischen Menschen ist ganz und gar unwichtig.« Die frühste Spur, die das Leben des Mannes, der dies schrieb, aktenkundig hinterlassen hat, ist nicht eine Geburtsurkunde, sondern der Neue Theater-Almanach für das Jahr 1908. Hier wird für die Saison 1907/08 ein gewisser Re .....
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Bruno,  Giordano    


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