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Bronte, Charlotte - Leben und Biographie



»Ich hätte lieber Kritiker, die mich als Autor beurteilen, nicht als Erau!«, schrieb Charlotte Bronte im Januar 1850, nachdem ihr Roman Shirley in der Edinburgh Review als Frauenroman besprochen wurde. Zu Lebzeiten war sie die erfolgreichste der drei Bronte-Schwestern. In ihrem schmalen CEuvre verband sie psychologische Beobachtungsgabe mit scharfer Analyse sozialer Missstände in der Viktorianischen Gesellschaft, in ihren vier Romanen griff sie wiederholt das englische Erziehungssystem an.
      Nach einer eher freudlosen Kindheit in der abgeschiedenen Moorlandschaft Yorkshires kam die Pfarrerstochter 1831 an die Lehranstalt Roe Uead, zunächst als Schülerin, ab 1835 auch als Erzieherin. Es folgten mehrere Anstellungen als Gouvernante, die sie jedoch jedesmal nach kurzer Zeit wieder abbrach. Nachdem der 1842 gefasste Plan, unter Charlottes Leitung in Ha-worth eine Lehranstalt zu gründen, gescheitert war, konzentrierten sich die Schwestern Bronte auf ihre literarischen Aktivitäten: 1846 veröffentlichten sie - erfolglos - eine Auswahl -ihrer Gedichte unter den Pseudonymen Currer , Ellis und Acton Bell. 1847 folgte erneut unter Pseudonym Charlottes gefeierter Roman Jane Eyre.
      Anders als ihre früh verstorbenen Schwestern Emily und Anne fand Charlotte Bronte schnell Anschluss an die literarischen Zirkel Londons, u.a. an den von ihr bewunderten William M. ^Thackeray und an ihre spätere Biografm Elizabeth Gaskell .! 854 stimmte die 38-Jährige der Vernunftheirat mit Reverend A.B. Nicholls zu. Sie starb während ihrer ersten Schwangerschaft an einer Lungenentzündung. Postum erschien 1857 ihr Erstlingsroman The Professor, im gleichen Jahr kam ihre Biografie The life of Charlotte Bronte von Gaskell heraus, die bis heute eine wichtige Quelle der Bronte-Forschung ist.

      Jane Eyre
Jane Eyre ist der archetypische Frauenroman des 19. Jahrhunderts, ein Musterbeispiel disziplinierter Erzählkunst. Mit dramaturgischen Elementen der Gothic novels und des Sensationsromans schuf Charlotte Bronte eines der bis dahin differenziertesten Erauen-porträts der englischen Literatur. Entstehung: Nachdem die Veröffentlichung ihres Romanerstlings The Professor abgelehnt worden war, erschien 1847 Jane Eyre unter dem männlichen Decknamen Currer Bell. Erst im Zuge der Veröffentlichung ihres nächsten Romans Shirley wurde die wahre Identität der Verfasserin aufgedeckt. Dennoch behielt Bronte ihr Pseudonym bei.
      Inhalt: Die Vollwaise Jane Eyre wächst im Haus ihrer Verwandten auf. Von allen verachtet und ungeliebt, wird sie in die berüchtigte Erziehungsanstalt Lowood gesteckt, wo sie später selbst als Erzieherin tätig ist. Als Erwachsene nimmt sie eine Stellung als Gouvernante auf dem Herrensitz Thornfield des egozentrischen Mr. Rochester an, der sich von der äußerlich un-scheinbaren, aber intelligenten jungen Frau sofort angezogen fühlt. Jane willigt in die Heirat ein. Am Traualtar erfährt sie Kochesters grausiges Geheimnis: Er hält seit Jahren seine gesetzlich angetraute, wahnsinnige Frau im Haus gefangen. Schockiert reist Jane ab, mittellos und gesundheitlich angegriffen. Ihre Odyssee führt sie ins Haus eines jungen Geistlichen, der in ihr eine ideale Gefährtin für seine Missionstätigkeit in Indien sieht und ihr einen Antrag macht. Erst jetzt erkennt Jane - durch eine unverhoffte Erbschaft finanziell unabhängig - ihre Liebe zu Rochester. Sie kehrt nach Thornfield zurück, wo sie das Schloss in Ruinen und den Geliebten nach einem Unfall erblindet und hilflos vorfindet. Sie pflegt ihn gesund, beide finden endlich Ruhe und Geborgenheit. Aufbau: Von der feministischen Literaturkritik wird Jane Eyre häufig als rationalistischer Gegenentwurf zu Die Sturmhöhe, dem Hauptwerk Emily -^Brontes, interpretiert. Die dort radikal eingeforderte schrankenlose Hingabe und romantische Obsession tritt bei Charlotte Bronte zugunsten eines rationalistischen Lebensentwurfs zurück, der sich in der vom Verstand und scharfer Beobachtungsgabe geleiteten, äußerlich unscheinbaren Titelheldin artikuliert. Wirkung: Jane Eyre markierte Charlotte Brontes Durchbruch und trug ihr wegen der freimütigen Ansichten ihrer Heldin zeitlebens den Ruf einer moralischen Umstürzlerin ein. Eine kaum werkgetreue Hollywood-Adaptation von 1944 mit Joan Fontaine und Orson Welles in den Hauptrollen reduzierte die Handlung auf die romantischen Aspekte.


Schreiben spielen: die bronte-geschwister

Man muss allerdings nur an Freunde und Verwandte denken, die unglaublich langweilige E-Mails schreiben oder beim Erzählen nicht auf den Punkt kommen. Oft weiß man auch schon vorher, was sie gleich sagen werden, und gähnt, bevor sie angefangen haben. Arthur Schopenhauer , der als erstklassiger Denker .....
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