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Bräker,Ulrich - Leben und Biographie



Ulrich Bräker nimmt in der Literaturgeschichte eine Sonderstellung ein, da er, wie der Literaturhistoriker Hans Mayer hervorhob, der erste »plebejische Schriftsteller« deutscher Sprache war.
      Bräker wurde 1735 im Kanton Sankt Gallen als Kind armer Bauern geboren. Seine Jugend verbrachte er ohne Schulbildung als Hirtenjunge und Tagelöhner. 1754 wurde Bräker von betrügerischen Werbern in das Söldnerheer Friedrichs des Großen gepresst, desertierte aber nach der ersten Schlacht bei Lobowitz . Zurück in der Schweiz, wurde Bräker Kleinbauer und Wollhändler, konnte seinen Lebensunterhalt jedoch nur äußerst mühevoll bestreiten. Er las und schrieb, um den drückenden Lebensumständen zu enl fliehen. Eine Preisschrift trug ihm 1776 die Mitgliedschaft in einer »Moralischen Gesellschaft« ein, wodurch Bräker Zugang zur Bücherei der Gesellschaft erhielt und autodidaktische Studien betreiben konnte. Es folgte die Veröffentlichung kleiner Texte, 1789 wurde das Tagebuch publiziert. Bräkers materielle Verhältnisse verbesserten sich trotz der literarischen Erfolge nicht; kurz vor seinem Tod musste er seine Zahlungsunfähigkeit melden.
      Der arme Mann im Tockenburg
Ulrich Bräkers Autobiografie, bestehend aus seinen Tagebüchern, beschreibt die Lebenswirklichkeit einer breiten Bevölkerungsschicht, die in der bildungsbürgerlichen Literatur des ausgehenden 18. Jahrhunderts entweder idealisiert oder ignoriert wurde. Entstehung: Bräker begann 1781 als 45-Jähriger mit der Niederschrift seiner »Lebensge-schichte und natürlichen Ebentheuer«. Ohne literarische Ambitionen, »zusammengeflickt« aus den »kuderwelschen Papieren« seines 4000 Seiten umfassenden Tagebuchs, beabsichtigte er eine wirklichkeitsgetreue Dokumentation seiner Erlebnisse und Empfindungen. An eine Veröffentlichung dieser »Kritzeleien«, die ihm Ablenkung von den drückenden materiellen Sorgen und dem unfrohen Eheleben gewährten, dachte er nicht.
      Durch einen Zufall gelangte der Pfarrer des Ortes 1785 an die Aufzeichnungen und schickte sie nach der Lektüre an den Verleger Johann Heinrich Füßli in Zürich. 1788/89 wurden in der Zeitschrift Schweizermuseum die ersten Abschnitte aus Bräkers Autobiografie veröffentlicht und fanden große Beachtung. Inhalt: Die Lebenserinnerungen von Bräker, für die der Pfarrer Martin lmhof ein Geleitwort ver-fasste, berühren alle Bereiche eines ebenso er-fahrungs- wie entbehrungsreichen Lebens und beginnen mit Kindheitserinnerungen, dem Verhältnis zum Vater und den Nachbarn sowie den Beschreibungen der ärmlichen Lebensumstände. Im Anschluss berichtet Bräker von seiner Zeit als Hirte, seinen Erlebnissen im preußischen Söldnerheer, seiner Tätigkeit als Salpeter-sieder und als hausierender Garn- und Tuchhändler. Er erzählt die Liebesgeschichte mit dem Aennchen, reflektiert aber auch über theologische und weltliche Fragen, über das Wohlleben der Großen und das Los der Kleinen. Wirkung: Das bürgerliche Lesepublikum der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts besaß eine Vorliebe für autobiografische Werke, für Briefromane und psychologische Deutungen. Durch sprachliche Ausdruckskraft gelingt es Bräker, dem Leser sowohl die Glücksmomente wie auch die Notsituationen dieses Lebens zu veranschaulichen, ohne wie andere zeitgenössische Autoren aus der unteren Bevölkerungsschicht in einen larmoyanten Ton zu verfallen.
      Bräkers Lebensgeschichte wurde im gesamten deutschen Sprachraum bekannt. Der Literaturkritiker und Verleger Friedrich Nicolai würdigte die »Szenen aus der schlichten Natur«. Die Wertschätzung bürgerlicher Kreise galt Bräkers poetischer Kraft, auch wenn diese Anerkennung gelegentlich nicht frei von Standesdünkel war.
      Von der Nachwelt wurde das Werk lange Zeit ignoriert. Herman Grimm, der Sohn von Wilhelm -» Grimm, wies auf die einzigartige Bedeutung der Lebenserinnerungen und der -> Shakespeare-Studien Bräkers hin, Gustav ->Freytag wählte die Passagen über das frideri-zianische Preußen, um sie in seinen Bildern aus der deutschen Vergangenheit den heroisierenden Schilderungen Friedrichs des Großen gegenüberzustellen.
      In den Literaturgeschichten des 19. Jahrhunderts ist Bräkers Name nur selten aufgeführt; gelegentliche Erwähnungen sind stets in gönnerhaftem Ton gehalten. Wenn seine Stellung in der Literaturgeschichte heute unumstritten ist, so ist das primär der Verdienst von Hans Mayer.


Anton ulrich, herzog von braunschweig-wolfenbüttel

»Wann nun«, schreibt Sigmund von Birken, der Nürnberger Poet und Redakteur von A.U.s Aramena . über den höfischen Roman, »dergleichen Bücher /' der Adel mit nutzen liset / warum solte er sie nit auch mit rühm schreiben können: Und wer soll sie auch bässer für den Adel schreiben / als eine person / d .....
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Anton ulrich von braunschweig-lüneburg

Ich kan nit mehr Weber, Albrecht. In: Deutsche Barockgedichte, 1967. S. 120 - 124. .....
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Hütten, ulrich von

Ain new lied herr Virichs von Hütten Müller, Erhard Peter. In: Gedichte, Balladen, Songs, 1978, S. 56-61. Ukena, Peter. In: Gedichte und Interpretationen 1, 1982, S. 42 - 52. .....
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Schacht, ulrich

Ferner Morgen Lermen, Birgit und Loewen, Matthias. In: Lyrik aus der DDR, 1987, S. 408 - 411. Jahre hinter mir liegender Strand Lermen, Birgit und Loewen, Matthias. In: Lyrik aus der DDR, 1987, S. 411 - 415. Wintersee Lermen, Birgit und Loewen, Matthias. In: Lyrik aus der DDR, 1987, S. .....
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Treichel, hans-ulrich

Prometheus Freund, Winfried. S. 210-216. In: Freund-Lyrik, 1990, Von großen Dingen Schöne, Lothar. In: Frankfurter Anthologie 12, 1989, S. 261 - 263. .....
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Sonnemann, ulrich

S. hat seine Untersuchungen zu einer philosophischen und methodologischen Kritik der Humanwissenschatten ebenso wie seine Essays über aktuelle historische und politische Probleme, die vor allem die Kontinuität deutscher Verhältnisse und deutschen Verhaltens in ihren Widersprüchen beleuchten, stets a .....
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Zwingli, ulrich

Ein Glück, daß die zwei >Leuchten< gestorben sind. Zwingli im Felde, Oekolampad ein wenig später an einem Fieber und Geschwür. Wäre ihnen der Schlachtengott günstig gewesen, so wär's um uns geschehen.« Es mag auf den ersten Blick erstaunen, wenn eine Biographie Z.s mit dem Jubel des Eras-mus über de .....
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Frohriep, ulrich

Biografie: *18.11.1 in Rostock. U. Frohriep arbeitete nach seinem Hoch- schulabschluss als Verlagslektor und freier Autor. Nach 1989 war er Geschäftsführer eines Wohlfahrtsverbandes, Vorsitzender eines sozialen Vereins und Mitbegründer eines Books-on-Demand-Verlages . Er lebt und schreibt in Klein .....
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Knellwolf, ulrich

Biografie: *17.8.1942. U. Knellwolf wuchs in Zürich und Ã-lten auf. Er studierte evangelische Theologie in Basel, Bonn und Zürich und ist seit 1969 Pfarrer. Nach verschiedenen theologischen Veröffentlichungen debütierte er literarisch mit seinem Kriminalroman Roma Termini. In die Spitzenränge der B .....
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Menge, ulrich

Biografie: *7.4.1 in Berlin. U. Menge studierte Romanistik und promovierte 1967 in Hamburg mit einer Dissertation über die Kurzgeschichten Emilia Pardo Bazans. Er war Bibliothekar des Höheren Dienstes, zuletzt Bibliotheksdirektor beim Ibero-Ameri-kanischen Institut der Stiftung Preußischer Kulturbes .....
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Ritzel, ulrich

Biografie: *1 in Pforzheim. U. Ritzel verbrachte Kindheit und Jugend auf der Schwäbischen Alb. Er studierte Jura in Tübingen, Berlin und Heidelberg. Danach schrieb er für Zeitungen und so gut, dass er z.B. 1981 mit dem begehrten Wächter-Preis ausgezeichnet wurde. Er arbeitete 35 Jahren im Journalism .....
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Tobinsky, uli (ulrich)

Biografie: *1955. U. Tobinsky studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte, er arbeitete als Tontechniker und Regieassistent am The- ater und ist freier Rundfunkautor und -moderator. Kriminalromane: 1988 Yellow Cab, Emons; 1993 Die Versteckten, Klein und Blechinger TV: 1999 Alarm .....
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Hütten, ulrich von

»Er flamme als Haß in uns auf gegen alles Undeutsche, Unfreie, Unwahre; aber glühe auch als Begeisterung in unseren Herzen für die Ehre und Größe des Vaterlandes; er sei der Genius unseres Volkes, wenigstens so lange, als diesem ein zürnender, strafender, mahnender Schutzgeist Not tun wird.« Dieser .....
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