Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» Brillat-Savarin, Jean Anthelme

Brillat-Savarin, Jean Anthelme - Leben und Biographie



Jean Anthelme Brillat-Savarin verdankt seinen Ruf als geistreicher Verkünder des »savoir vi vre», der französischen »Lebenskunst«, seinen im Alter verfassten Betrachtungen über das höhere Tafelvergnügen.
      Die berufliche Karriere des wohlhabenden Juristen aus einer Familie höherer Beamter führte über seine Ämter als Richter und Präsident des Zivilgerichtshofes seines Departements im zweiten Jahr der Französischen Revolution an den neuen Kassationshof in Paris . Als Mitglied der Verfassunggebenden Nationalversammlung gehörte Brillat-Savarin zu den Gemäßigten und musste 1793 als Roya-list fliehen. Er lebte während der Schreckensherrschaft der Jakobiner in Lausanne und in New York im Exil.
      Nach dem 18. Brumaire kehrte Brillat-Savarin an den Kassationshof zurück und gehörte während des Kaiserreichs und der anschließenden bourbonischen Restauration zur gehobenen Pariser Gesellschaft, die ihn als Feinschmecker wie als Virtuosen im Umgang mit der Violine schätzte. Der Salon seiner Cousine, der Schriftstellerin Jeanne F. J. A. Reca-mier , diente den Gegenern Napoleons als Treffpunkt.

      Apartheid
Herkunft: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Wort Apartheid, das auf Afrikaans - der Sprache der Buren - Trennung, Auseinanderhalten bedeutet, zum politischen Begriff und beschrieb die getrennte Entwicklung beziehungsweise die Trennung der Lebensbereiche der vielgestaltigen Bevölkerung Südafrikas. Bedeutung: Die Apartheid-Gesetzgebung, die nach dem Wahlsieg der Nationalen Partei 1948 betrieben wurde, trennte die Bevölkerung Südafrikas in Weiße, Farbige, Inder sowie neun so genannte schwarze Nationen, denen bestimmte Reservate zugewiesen wurden. Schwarzen ohne Arbeit war es untersagt, sich länger als 72 Stunden in städtischem Gebiet aufzuhalten, bestimmte Arbeitsplätze waren Weißen vorbehalten, die schwarze Bevölkerung hatte keinen Zu-gang zum allgemeinen Bildungswesen, Ehen oder Partnerschaften zwischen Weißen und anderen Südafrikanern waren verboten.
      Folgen: Die Proteste gegen die Apartheid, gegen die von der Apartheidpolitik betriebene Umsiedelung und Passgesetzgebung, führten im Gegenzug zu zahlreichen Massakern an der schwarzen Bevölkerung , die ihrerseits Südafrika international ins politische Abseits rückten. Die jahrzehntelange Auseinandersetzung zwischen der regierenden National Party und dem African National Congress wurde erst Ende der 1980er Jahre und mit der Aufhebung der wichtigsten Apartheidgesetze 1991 sowie der Wahl des ANC-Führers Nelson Mandela am 29. April 1994 zum Präsidenten Südafrikas beigelegt.
      Die Physiologie des Geschmacks
Die Physiologie des Geschmacks bereitet ein Menü für literarische Feinschmecker. Die Zutaten reichen von Betrachtungen der Weltgeschichte im Spiegel des Essens und Trinkens über Anekdoten und Porträts prominenter Gourmets bis zu Rezepten erlesener Gerichte.
      Inhalt: Die anonyme Erstausgabe von 1826 des Werks mit dem Untertitel Betrachtungen über das höhere Tafelvergnügen nennt als Verfasser einen Professor, der Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften sei. Diese Fiktion entspricht Brillat-Savarins wissenschaftlichem Ehrgeiz,das Interesse der Physiologie, die sich vorwiegend mit den »höheren« Sinnesorganen Auge und Ohr beschäftigt, auf jene »niederen« Geschmacksorgane zu lenken, die am Vorgang des Essens und Trinkens beteiligt sind. Als roter Faden dient die Unterscheidung zwischen dem Feinschmecker und einem F.sser, dem es - aus physiologischer Sicht - an jener Feinheit der Organe fehlt, »ohne die das opulenteste Mahl ungewürdigt bleibt«. Brillat-Savarin erinnert sich an eine konkrete Verkörperung dieser Typen, die aus physiologischen, aber ebenso aus psychologischen Gründen »nur essen, um satt zu werden« und stellt fest: »In diesen Kreis gehört auch Napoleon. Unregelmäßig in seinen Mahlzeiten, aß er schnell und schlecht. Auch hier findet man diesen absoluten Willen, den er überall kundgetan. Kaum spürte er Appetit, sofort musste er gestillt werden, und seine Leute waren darauf dressiert, an jedem Ort und zujeder Stunde ihm sofort beim ersten Befehl Geflügel, Koteletten und Kaffee vorzusetzen.«
Weit davon entfernt, die Feinschmeckerei als Zeichen von Luxus zu definieren, gibt Brillat-Savarin Ratschläge für Haushalte mit unterschiedlichem Einkommen, beschreibt die wohltuenden Wirkungen der Tafelfreuden und gelangt zu einer Geschichte der Nahrungsaufnahme beim Menschen. Nach einem Exkurs über die Philosophie der Küche steuert der Autor für ihn neue Rezepte bei, u.a. das in der Schweiz kennen gelernte Fondue. Wirkung: Brillat-Savarins liierarische Meisterschaft der Verknüpfung präziser Beobachtungen mit pointierten Schlussfolgerungen fand bereits bei Honore de -^Balzac höchste Wert-
Schätzung. Ãœber den kulturgeschichtlichen Quellenwert hinaus behielt die Physiologie des Geschmacks ihren Reiz als Fundgrube »zeitloser« Einsichten, etwa in den Einfluss des Essens auf Geschäfte aller Art. Eine Backware, die nach dem in zahlreiche Sprachen übersetzten Autor benannt wurde, ist der Savarin: ein ringförmiger, mit einer alkoholischen Flüssigkeit getränkter Flefekuchen.
      Die wichtigsten Bücher von Hermann Broch
Die Schlafwandler 1930/31 Die Romantrilogie über den Wertezerfall in der Wilhelminischen Epoche zeigt den gesellschaftlichen Wandel zur Moderne an Einzelbeispielen auf.
      DerToddesVergil 1945 Der römische Dichter Vergilius Publius Maro äußert in den letzten 18 Stunden seines Lebens Zweifel am Sinn der Kunst in einer Zeit der Gewalt und des zivilisatorischen Niedergangs.
      Die Verzauberung 1953 Der Roman der Verführung einer bäuerlichen Dorfgemeinschaft durch den Wanderprediger Marius Ratti, einem hitlerähnlichen »Scharlatan«, »Hypnotiseur« und »Menschenfänger«.
      Die Schuldlosen 1950 Das Problem des Schuldigseins am Phänomen des Nationalsozialismus durch Gleichgültigkeit und Passivität wird in diesem »Roman in elf Erzählungen« in 13 über die Jahre 1913,1923 und 1933 verteilten Novellen dargestellt.
      Massenpsychologie 1959 Eine Theorie der politischen Willensbildung, die aus Brochs antifaschistischem Antrieb und seinen massenpsychologischen und sozialhistorischen Untersuchungen hervorgegangen ist.
      Hofmannsthal undseineZeit 1964 Eine literarhistorische Studie über den österreichischen Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, einer von gesellschaftlicher Dekadenz geprägten und in dekorativen Stilen prunkenden Zeit.
     


Zur stellung des ,titan' im werk jean pauls

Für Jean Paul ist die Poesie „die einzige zweite Welt in der hiesigen" . Die empirische erste Welt erscheint ihm platt, öde, seelenlos und von allem höheren Sinn verlassen. Daher muß sich die Seele mit Hilfe der Phantasie über sie hinausschwingen, um ihrer höheren Bestimmung innezuwerden. Das Gegebe .....
[ mehr ]
Index » Goethezeit » Jean Paul: Titan

Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

Geb. 21.3.1763 in Wunsiedel; gest. 14.11.1825 in Bayreuth »Ich habe ihn ziemlich gefunden, wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimarer Klassike .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige autoren

Hans/jean arp (i886-i966)

I. Arps Texte als Provokation konventioneller Gedichtanalyse Müßig ist die Diskussion, ob Hans Arp in erster Linie Bildender Künstler oder Dichter war - schärfer noch, sie verkennt die Reziprozität als Grundelement seines ästhetischen Schaffens: Der Dichter ist nicht ohne den Künstler, der Künstler .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Lyriker des 20. Jahrhunderts (Deutschsprachige)

Dissemination und dialektik der totalität: derrida, jean-pierre richard und mallarme

Die Konfrontation zwischen Strukturalismus und Dekonstruktion im vorigen Abschnitt könnte als eine theoretische Einleitung zu Derridas Kritik an Jean-Pierre Richards thematischer Interpretation von Mallarmes Dichtung gelesen werden. Obwohl Richard kein Vertreter des linguistisch-semiotischen Strukt .....
[ mehr ]
Index » Derrida: Dekonstruktion, Philosophie und Literaturtheorie

Derrida, jean-pierre richard und mallarme: dekonstruktion oder dialektik der totalität?

Es geht hier im Anschluß an die dekonstruktive Aufhebung des Gegensatzes literarisch/philosophisch um zwei Mallarmc-Kommentarc, die einander widersprechen. Der eine ist Dcrridas bekannter Text "La Double seance", der zuerst in Tel Quel , später in La Dissemination erschien, der andere Jean-Pierre Ri .....
[ mehr ]
Index » Literarische Ästhetik - Aufläse » Dekonstruktion: Theorie und Praxis

Alembert,jean le rond d'

»Man muß der Weisheit oft genug die Narrenkappe aufsetzen, um ihr Gehör zu verschaffen«, so kommentiert Denis Diderot den Rere de d'Akmbert , einen Dialog, in dem er die intellektuelle Persönlichkeit seines Jugendfreundes und Mitstreiters für das Großunternehmen der Aufklärung, die Encyclopedie. por .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Baudrillard, jean

Eine Theorie der Moderne, so B.. ist nur aut dem Weg der Radikalisierung aller Hypothesen möglich. Wenn auf Strukturen kein Verlaß mehr ist und die Ereignisse allen Beschreibungen davonlaufen, dann muß die Theorie schneller werden als die Ereignisse - oder so langsam, daß sich in ihren Verzögerungen .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Bodin,jean

Spätestens seit der Aufklärung leidet das Renommee B.s, den die Zeitgenossen noch »den gelehrten Bodin« nannten, darunter, daß er auch eine dem Hexenhammer verwandte Denionoinanie des Soniers verfaßt hat, einen Leitfaden zum Führen von Hexenprozessen, der Folter und Feuertod für die meist weiblich .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Condorcet, marie jean antoine xicolas, marquis de

Sein Tod war unwürdig. Doch als gälte es. das Ende zu überhöhen, haben die Biographen dem fünfzigjährigen - »- " '" Mann, der am Morgen des 2$. März l im Gefängnis von Bourg-la-Rcine tot aufgefunden wurde, im nachhinein den Schierlingsbecher in die Hand gedrückt. »Sie sagten: .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Lyotard, jean-francois

Allgemein bekannt wurde L. dadurch, daß er das Schlagwort von der »Postmoderne« in die philosophische Debatte einführte {La conditio»! postmoderne. 1979: Das postmoderne Wissen). Dessen Rezeption lief seinen eigentlichen Intentionen jedoch derart zuwider, daß er sich gezwungen sah. in weiteren Publi .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Piaget,jean

Nur das Kind denkt wirklich kreativ«, hat P. geschrieben, und dieser Satz trifft in zweifacher Hinsicht auf ihn selbst zu. Zum einen war er durch seine eigenen Untersuchungen davon überzeugt, daß Kinder die Möglichkeit zu einer Kreativität haben, um die Erwachsene sie nur beneiden können. Zum andere .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Rousseau, jean-jacques

Selbstbewußte Bürger wie der Deutsche Campe wallfahrte-ten ebenso wie Ludwig XVI., Marie Antoinette, Franklin, Robespierre oder Napoleon I. an das Grab R.s.. In einem eigentümlichen Inemanderübergehen von ethischer Person und literarisch-philosophischer Äußerung des Autors R. wurde er ihnen allen a .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Sartre, jean-paul

19 April 1980: Spontan begleiten 50000 Menschen S.s Sarg zum Friedhof Montparnasse. Wochenlang beschäftigen sich Presse, Rundfunk und Fernsehen in Frankreich mit seinem Leben und Werk. Man nimmt Abschied von einer Epoche, die durch S.s Denken und Engagement geprägt war. »Schon jetzt fehlt uns seine .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Jean paul friedrich richter (i763-i825)

Während Heinrich von Kleist an der Wirklichkeit zerbrach, hat sie Jean Paul gemeistert und überwunden. Aus der Enge des damaligen Bayreuth baute er sich das Weltall seiner sehnsüchtigen Träume und Ideale. Und was die Bereicherung der deutschen Sprache vom Dichterischen her angeht, muß Jean Paul nebe .....
[ mehr ]
Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Jean paul

Jean Pauls Leben war bis zu seiner endgültigen Ãœbersiedlung nach Bayreuth eine wechselnde Abfolge zwischen ländlicher oder kleinstädtischer Zurückgezogenheit und längeren Aufenthalten in Univer-sitäts- und Residenzstädten - oder ins Literarische übersetzt: zwischen der scheinbaren Beschaulichkeit .....
[ mehr ]
Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Trauerarbeit der moderne in romanen von francois bon, jean echenoz und marie redonnet

Auch wenn man das Paradigma der Nachmoderne nicht als Epochen-Signum akzeptiert, stellt die jahrzehntelange Debatte um seine Legitimität unter Beweis, daß sich die Moderne tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt sieht, die in vielem Merkmale einer Krise aufweisen. Auf diesen Veränderungsprozeß, der .....
[ mehr ]
Index » Die Generation der 80er Jahre

Der spielerische umgang mit der absurdität des alltags in den romanen von patrick deville und jean-philippe toussaint

Der Franzose Patrick Deville und der Belgier Jean-Philippe Toussaint, beide 1957 geboren, zählen mit ihren Kurzromanen zu den richtungsweisenden Nachwuchsautoren der achtziger Jahre. Toussaints Debüt 1985 mit La salle de bain war ein Erfolg, an den er mit drei weiteren Romanen, Monsieur , L'appareil .....
[ mehr ]
Index » Die Generation der 80er Jahre

Auslegung von elektronischen texten - jean-luc godards mini-serie «histoire(s) du cinema»

Das medienkulturelle Niveau, auf dem wir uns im 20. Fin de siecle bewegen und das die Rede vom < elektronischen Text> grob markiert, zeichnet sich aus durch den Versuch der Machtübernahme einer spezifisch begründeten Bezeichnungspraxis: Das Symbolische in seiner höchsten Form des zweiwertigen Zahlen .....
[ mehr ]
Index » Beispiele der Texthermeneutik

Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

»Ich habe ihn ziemlich gefunden, •wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimaraner Klassikern, auf der Suche nach Bündnispartnern und Gefolgsleut .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

 Tags:
Brillat-Savarin,  Jean  Anthelme    


Impressum

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com