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Brückner, Christine - Leben und Biographie



Christine Brückner bezeichnete den Schriftsteller als »das Gedächtnis der Nation«. Durch ihren unverwechselbaren Erzählstil hat sich die Autorin selbst in die Erinnerung eingeschrieben.
      1938 absolvierte Brückner, die als Tochter eines Kirchenrats in einem protestantischen und antinationalsozialistischen Milieu aufwuchs, ein Pflichtjahr für deutsche Mädchen; während des Zweiten Weltkriegs musste sie diverse Pflichtdiensten leisten. Nach dem 1944 abgelegten Abitur wurde sie Bibliothekarin, studierte zwei Jahre Volkswirtschaft, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Psychologie und arbeitete an einem kunsthislorischen Institut.
      Später war Brückner als freie Journalistin sowie Redakteurin tätig und verfasste Romane, Dramen, Hörspiele und Erzählungen. Ab 1

  
   lebte sie im nordhessischen Kassel; von der Stadt wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 1980-84 war sie Vizepräsidentin des PEN-Zen-trums der Bundesrepublik Deutschland, 1991 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Brückner verstand sich als gläubige Christin und Moralistin; insbesondere Letzteres prägte zeitlebens ihr literarisches Schaffen.
      Jauche und Levkojen
Mit dem ersten Teil ihrer Poenichen-Trilogie, die aus den Romanen Jauche und Levkojen, Nirgendwo ist Poenichen und Die Quints besteht, lässt Christine Brückner eine untergegangene Welt wieder aufleben: In der Erzählweise ihres literarischen Vorbilds Theodor -> Fontane schreibt sie über das Leben einer Gutsfamilie in Pommern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
      Entstehung: 1972 erlitt Brückner einen schweren Autounfall. Dieses Erlebnis bezeichnet sie in ihrer Autobiografie Mein schwarzes Sofa als einen »Lebenseinschnitt«, aus dem sie mit einem umso größeren Lebenswillen hervorging. Dieses intensive Lebensgefühl floss in die Poe-nichen-Romane ein. Die ersten zwei Bände waren von Anfang an als Einheit gedacht. Brückner war während des Kriegs zweimal in Pommern gewesen. Die Eindrücke dieser Aufenthalte fanden Eingang in die Romane der Tri-logie; die Handlung ist Fiktion. Inhalt: Am 8. August 1918 wird Maximiliane von Quindt auf Gut Poenichen in Hinterpommern geboren. Ihre Mutter zieht es nach Berlin zurück, bevor sie schließlich ins Exil geht; der Vater fällt im Ersten Weltkrieg. So wird das Kind vor allem von den Großeltern Sophie Charlotte und Joachim von Quindt, der dominierenden Figur des Romans, erzogen. Maximiliane wächst am Poenicher See und in den weitläufigen Wäldern als Naturkind auf. Der Schule bleibt sie fern und wird schließlich in ein Internat gebracht. Sie heiratet den entfernten schlesischen Verwandten Viktor Quint, der sie auf das heimatliche Gut zurückbringt. Sein Parteibuch - er ist überzeugter Nationalsozialist - bietet der Familie während der zwölfjährigen Diktatur Schutz. Auf dem Gut ist er im Grunde nur zur Zeugung der drei Kinder anwesend.
      Als Quint kurz nach dem Tod Adolf Hitlers umkommt und die Großeltern den Freitod wählen, sind Maximiliane und ihre Kinder die einzigen übrig gebliebenen Mitglieder der Familie Quindt; sie begeben sich auf den langen Weg der Vertriebenen in Richtung Westen. Aufbau: »Autor und Leser sind Partner; und das ist ein intimes Verhältnis«, sagte Brückner in einem Interview. In Jauche una Levkojen sind Autor und Leser Verbündete in ihrem Wissensvorsprung - vor allem hinsichtlich der Zeitgeschichte - und ihrem Interesse an den Figuren. Souverän führt Brückner den Leser durch ihren Roman und verleiht ihm so einen lockeren Ton. Zudem orientiert sie sich explizit an der Erzählweise von Theodor —» Fontane: Ein Zitat des Dichters bildet das Motto des Romans, dessen Figuren wiederholt Fontanes Werke lesen; auch Motivik, Landschaften und Charaktere ähneln sich. So ist etwa die Figur Joachim von Quindt stark an den alten Briest aus Fontanes Effi Briest sowie an den alten Dubslav von Stechlin aus dem Roman Der Stechlin angelent. Wirkung: Der erste Teil der Poenichen-Trilogie, der zu einem Bestseller wurde, erfuhr eine überaus positive Aufnahme und machte Brückner zu einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autorinnen. Durch den direkten Bezug auf Fontane musste sie sich allerdings den Vergleich zu dessen Werk gefallen lassen: So nannten sie die einen eine »Enkelin Fontanes«, die anderen vermissten jedoch den symbolischen Tiefgang des Vorbilds. Bezeichnend - und darin unterscheidet sich Brückner besonders von Fontane - ist für alle drei Poenichen-Romane ein ausgeprägtes Versöhnungsmotiv.
      Die wichtigsten Bücher von Christine Brückner
Ehe die Spuren verwehen 1954 Eine Frau stirbt zu Beginn der 1950er Jahre bei einem Verkehrsunfall. Ein sich schuldig fühlender Mann rollt daraufhin ihr Leben auf. Er verliebt sich in die Tote, findet am Ende jedoch zur Familie zurück.
      Ein Frühling im Tessin 1960 Die Komödie mit klassischem Ende erzählt von Susanne, die durch eine Inszenierung ihres Eheglücks eine Nebenbuhlerin belehren möchte und sich dabei selbst belehrt.
      Letztes Jahr auflschia 1964 Ein unproduktives Filmteam befindet sich auf der Insel, die selbst die Hauptrolle in diesem Roman spielt. Selbstbezogene Menschen versuchen erfolglos, ihre Vergangenheit abzulegen.
      Der Kokon 1966 Wiepe, Witwe eines Juristen, Tochter eines Zoologen und Mutter einer Journalistin, beschließt an ihrem 50. Geburtstag sämtliche dieserZuschreibungen sowie ihren Besitz hintersich zu lassen und als Außenseiter frei wie ein Vogel zu leben.
      Ãœberlebensgeschichten 1973 Die authentischen Lebensläufe schildern das Schicksal von »aus der Bahn geworfenen« Menschen wie Migranten, Ausgebombten, Vertriebenen, Heimkehrern, Witwen und Waisen.
      Jaueheund Levkojen 1975 Der Roman schildert das Leben von Maximiliane und ihren Großeltern auf dem Gut des alten Adelsgeschlechts von Quindt in Pommern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
      Nirgendwo ist Poenichen, 1977 Ein buntes Nachkriegspanorama, dargestellt am Leben der Quints. Maximiliane schließt ihren Frieden mit dem Verlust Poenichens.
      Me/n schwarzes Sofa 1981 Während Das glückliche Buch der a.p. Autobiografie und Fiktion mischt, handelt es sich hier um eine unverschlüsselte Darstellung des Lebens, Denkens und Arbeitens der Autorin.
      Wenn du geredet hättest, Desdemona 1983 »Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen« quer durch die Epochen: Desdemona entwaffnet ihren Othello, Effi Briest und Christiane von Goethe kommen zu Wort ebenso wie Katharina Luther und Sappho; den Abschluss bildet Gudrun Ensslins Gefängnismonolog.
      Die Quints 1985 Die Quints, Mutter Maximiliane und vier Kinder, finden erfolgreich ihren Weg in der Bundesrepublik.
     


Christine lavant (i9i5-i973)

Als 1987 in der Bibliothek Suhrkamp Gedichte von Christine Lavant , herausgegeben von Thomas Bernhard, erscheinen, wird der Publikation ebenso kritisch und zum Teil verständnislos begegnet wie Jahre zuvor dem Werk der Dichterin. Der seit 1955 mit Lavant befreundete Bernhard bezeichnet in einer der G .....
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Busta, christine

Am Rande Fussenegger, Gertrud. In: Frankfurter Anthologie 10, 1986, S. 205-207. Arcanum Sarris. Irmgard. In: Literaturunterricht, 1969, S. 28-31. Auf einer westfälischen Wasserburg Neis, Edgar. In: Städte und Landschaften, 1978, S. 55 - 58. Beim Lesen des zweiten Paulusbriefes an die .....
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Lavant, christine

Ach schreien, schreien Nehring, Wolfgang. In: Ãœber C. Lavant, 1984, S. 25 - 29. Bettlerschale Lübbe-Grothues, Grete. In: NDH 30, 1983, S. 66 - 70. Der jetzt das stählerne Brot mir bringt Nehring, Wolfgang. In: Ãœber C. Lavant, 1984, S. 29 - 33. Die Angst ist in mir aufgestanden N .....
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Nöstlinger, christine

Auszählreime Harig, Ludwig. In: Frankfurter Anthologie 14, 1991, S. 259-263. .....
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Signale - christine busta

Damals, um zwei Uhr nachts im Bahnhof von Nürnberg: Niemand stieg aus oder zu, man hat nur die Post verladen, Botschaft von Schläfern für Schläfer. Zwischen Gleisen und Weichen eine verirrte Grille schrie und schrillte und schrie. Wodurch mir Christine Busta schon früh auffiel, ist ihre Unb .....
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Marie luise kaschnitz christine

Analyse Thema 'Auch das Schöne muß sterben!" sagt der klassische Dichter. Schorsch könnte seine Trauer mit den beiden anderen Versen aus Schillers 'Nänie" ausdrücken: 'Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle, Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt." Das Thema dieser .....
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Grän, christine

Biografie: *18.4.1 in Graz. Die Bonner Journalistin Chr. Grän zog 1980 nach Botswana, wo sie fünf Jahre lebte und eine Lodge führte. Nach eigener Aussage hatte sie dort genügend Zeit, ihren Krimi-Erstling Weiße sterben selten in Samyana zu schreiben. Der 1986, nach ihrer Rückkehr nach Bonn veröffent .....
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Lehmann, christine

Biografie: *1 in Genf. Chr. Lehmann wuchs in Stuttgart auf, wo sie Germanistik und Kunstgeschichte studierte. Sie promovierte mit einer Arbeit über die Romanheldinnen im 19. Jahrhundert. In den 80er-Jahren war sie Mitglied der Literaturzeitschrift Flugasche und schrieb zahlreiche Essays, um sich in .....
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Spindler, christine

Biografie: *26.11.1 in Backnang. Ch. Spindler studierte in Heidelberg Physik, brach das Studium ab und machte eine Ausbildung zur Fremd-sprachenkorrespondentin. Sie arbeitete fünf Jahre im Direktionssekretariat des Max-Planck-Instituts für Kernphysik, danach zehn Jahre in einem Ãœbersetzungsbüro. Se .....
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Brückner,  Christine    


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