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Bonseis, Waldemar - Leben und Biographie



Mit seinem märchenhaften Kinderbuch Die Biene Maja und ihre Abenteuer erzielte Waldemar Bonseis einen Welterfolg, der bis heute andauert. Keines seiner übrigen zahlreichen Bücher, die meist eine mythisch-beseelte Natur zum Thema haben, erreichte einen vergleichbaren Widerhall. Zu Lebzeiten des Schriftstellers wurden vor allem seine Reiseberichte viel gelesen.
      Schon früh zeigte sich bei Bonseis, Sohn eines Arztes, die Neigung zu einem unsteten Wanderleben. Mit 17 verließ er das Gymnasium seiner Heimatstadt Ahrensburg und zog durch Deutschland sowie die europäischen Länder. Als seine ersten Bücher ihm Geld einzubringen begannen, folgten Reisen nach Ã"gypten, Ceylon, Indien und dem amerikanischen Kontinent. Zu seinen frühen Erfolgen gehörte Die Biene Maja und ihre Abenteuer[9]2). 1913 erschien die Erzählung Das Anjekind, 1915 das Himmelsvolk, ein Buch von Blumen, Tieren und Gott. 1916 veröffentlichte Bonseis den Bericht über seine Indienfahrt, der ein weiterer Frfolg und an den Universitäten der USA als deutsches Lesebuch eingeführt wurde. Im Eisten Weltkrieg wiikte Bonseis als Kriegsberichterstatter.
      1918 ließ sich Bonseis am Starnbergei See nieder, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. Dort entstanden unter anderem der Roman Eros und die Evangelien , die Notizen eines Vagabunden und die Trilogie Mario, ein Leben im Walde . Erfolgreich waren der Amerikabericht Der Reiter in derWüste sowie die Autobiografie Fröhliche Tage der Kindheit . Zu seinen letzten Werken gehören Dositos, ein mythischer Bericht aus der Zeitwende über die Entstehung des Christentums sowie Runen und Wahrzeichen . Das Werk des Autors umfasst außerdem Dramen und Gedichte.
      Die Biene Maja und ihre Abenteuer
Der Roman Die Biene Maja und ihre Abenteuer von Waldemar Bonseis über die Abenteuer einer pummeligen, vermenschlichten Biene ist eines der erfolgreichsten Kinderbücher. Inhalt: Kurz nach dem Schlüpfen aus ihrer Zelle im Bienenstock kommt die Biene Maja in die Obhut der strengen Erzieherin Kassandra und wird von dieser über ihre Pflichten als zukünftige Aibeitsbiene und Honigsammlerin belehrt. So soll sie unter anderem die wichtigste Regel der Staatsordnung der Bienen beherzigen: Sie muss in allem, was sie tut, den anderen gleichen und das Wohlergehen aller bedenken. Die Betreuerin erfüllt mit Sorge, dass das Bienenkind alles kritisch beobachtet. Maja sei eine »Ausnahmenatur« und dies sei etwas Unschickliches.
      Majas Neugier und Wissensdrang verleiten sie dazu, von ihrem ersten Ausflug in die Natur zum Honigsammeln nicht in den Bienenstock zurückzukehren, sondern allein die Welt zu erkunden. Auf ihrem Ausflug trifft sie unter anderem den Grashüpfer Flip, die Fliege Puck, die Spinne Thekla, den Borkenkäfer Fridolin und den Weberknecht Hannibal; das Buch vermittelt so einen informativen Einblick in den vielfältigen Insektenkosmos der Wiesen, Felder und Wälder. Maja erlebt auch Gefahren. Obwohl der Roman die Natur als Idyll schildert, verschweigt er nicht, dass Fressen und Gefres-senwerden zu deren stärksten Triebkräften gehören. Als Maja von den Hornissen gefangen gehalten wird, belauscht sie den Plan für einen Ãoberfall auf das Bienenvolk. Ihr gelingt die Flucht und sie, die Aufmüpfige und Freiheitsdurstige, fliegt zurück, um ihr Volk zu warnen. Die Bienenkönigin Helene Vlll. verzeiht ihr und ernennt Maja zu ihrer Beraterin. Der Bienenjunge Willi, der heute bei den Kindern fast so beliebt ist wie Maja, ist keine von Bonseis erdachte Figur, sondern wurde später hinzugedichtet.
      Das Buch, das noch im Kaiserreich entstand, ist vielfältig interpretiert worden. So hat man in der Darstellung des Bienenstaats mit dem strikten Prinzip der Pflichterfüllung die Enge der Gesellschaft im Kaiserreich sehen wollen. Majas Freiheitswille sowie ihr Drang nach Wissen und Welterfahrung stehen den starren Ordnungsprinzipien entgegen; Bonseis wamt in seinem Buch davor, solche Einzelgänger zu verurteilen. Dass Maja schließlich aus freien Stücken in den Bienenstaat zurückkehrt, um ihre Erfahrungen in dessen Dienst zu stellen und sich einzuordnen, ist von der Pädagogik unterschiedlich bewertet worden: Während die einen den Freiheitsdrangbetonten, stellten andere die folgende Unterordnung in den Vordergrund. Wirkung: Der Roman fand weltweite Verbreitung. 1972 und 1976 entstanden Trickfilme, die noch heute regelmäßig gezeigt werden. 2001 hatte ein Maja-Musical in Köln Premiere und ging von dort auf Tournee. Die Figur der Maja hat im Lauf der Zeit nichts von ihrer Anziehungskraft auf Kinder verloren.


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Bonseis,  Waldemar    


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