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Boccaccio, Giovanni - Leben und Biographie



Boccaccio zählt mit -> Dante Alighieri und Francesco -> Petrarca zum Dreigestirn der italienischen Literatur des 14. Jahrhunderts. Er schuf die ersten bukolischen Dichtungen in italienischer Sprache und erhob die Stanze zur Versform des italienischen Epos. Mit seinem Hauptwerk Das Dekameron begründete er die italienische Novelle.
      Boccaccio. Sohn eines florentinischen Kaufmanns und einer adeligen Französin, verfasste schon mit zehn Jahren erste Gedichte. Nach einer kaufmännischen Lehre in Florenz begann er 1332 ein Rechtsstudium, das er aber nicht vollendete. Vielmehr fesselte ihn die klassische lateinische Dichtung. Um 1340 war Boccaccio wieder in Florenz, arbeitete als Notar und Richter. 1346 schuf er sein bestes Frühwerk, dasidyllische Gedicht Ninfale fiesolano. Sein Meisterwerk Decamerone begann er nach der Pest 1348, der auch sein Vater zum Opfer fiel. 1350 erhielt Boccaccio den Auftrag, Petrarca zur Ãœbernahme einer Professur in Elorenz einzuladen. Es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft mit dem Humanisten. Boccaccio veranlasste die erste vollständige Ãœbersetzung I lomers in lateinischer Sprache und setzte sich für das Studium des Griechischen ein. Ab 1373 hielt er in Florenz Vorlesungen über die Göttliche Komödie von Dante, über den er eine Biografie verfasste.
      Das Dekameron
Mit seinem Hauptwerk, einem der bedeutendsten Schöpfungen der Literatur, schuf Giovanni Boccaccio das Ur- und Vorbild aller Novellensammlungen des Abendlands, aus dessen reicher Quelle Generationen von Dramatikern und
Erzählern schöpften. Die besondere Leistung Boccaccios ist aber vor allem in der Legitimierung der sinnlichen Liebe und des erotischen Instinkts zu sehen, die Das Dekameronwn der mittelalterlichen und von der antiken Tradition abgrenzt und lange Zeit unübertroffen blieb. Inhalt: Das Dekameron enthält »hundert Geschichten, Fabeln, Parabeln oder wirkliche Begebenheiten«, so Boccaccio, »die zur verderblichen Zeit der letzten Pest von sieben Damen und drei jungen Männern erzählt wurden«. Den Namen Dekameron bildete Boccaccio aus den griechischen Wörtern deka und hemera . Zehn junge Adelige erzählen an zehn Tagen jeweils zehn Geschichten. Mit der alten heiligen Zahl Zehn war Boccaccio durch das ptolemäische Himmelssystem vertraut, in ihrem symbolischen Bezug kannte er sie aus -^Dantes Göttlicher Komödie mit ihren 100 Gesängen.
      Jeden Tag wird einer der Teilnehmer zum König oder zur Königin gewählt und legt ein Leitthema fest, zu dem jeder eine Geschichte erzählen soll. Nur am ersten Tag, an dem das Reglement noch nicht befolgt wird, und am neunten Tag, an dem man von ihm ausruhen will, wird kein Leitthema bestimmt. Nach dem zehnten Tag wird einstimmig beschlossen, dass die Gesellschaft ins pestverseuchte Florenz heimkehrt.
      Die 100 ernsten und heiteren, erbaulicher und frivolen Geschichten sind in eine Rahmenerzählung - Florentiner Adelige fliehen vor der Pest auf ein Landgut - eingeflochten, die das Werk zu einer Einheit zusammen bindet. Boccaccio brachte die Gattung der Rahmenerzählung- obwohl aus dem Orient seit Jahrhunderten bekannt - in Europa als Erster zu klassischer Vollkommenheit. Der Rahmen dient nicli: rein ästhetischen Aspekten, sondern bildet de Hintergrund für treffende Gesellschafts- unc Landschaftsschilderungen. Lebensprall sine seine amourösen Szenen, deren Sprache trotz ihrer schwankhaften, drastischen Derbheit it'l lasziv, sondern in ihTer sinnlichen Direkthe ~ bisweilen komisch wirkt. Neben frivolen Szene-wird auch das Bild aufopferungsvoller Liebe v-; in der Geschichte von Griselda heraufbeschweren, die trotz Qualen dem Geliebten treu bleib-Wirkung: Das Dekameron beeinflusste in seine' kunstvollen und doch lebensnahen Ersehe -nungsform nachhaltig die abendländische Literatur und blieb in seiner Form über zweieinha": Jahrhunderte vorbildlich. So verwendete Ma*-guerite de Navarre in Das Heptameron des Spaniers Miguel de ->Ce--vantes, zeigten Möglichkeiten einer erneuerte und erweiterten Novellenkunst. Doch wirk" Boccaccios Meisterwerk auch auf die weite Entwicklung der Gattung.
     


Bonaventura (d.i. giovanni di fidanza)

B. studierte von 1236 bis 1242 in Paris. Mit dem Eintritt in den Franziskanerorden 1243 wurde er ein Schüler des Alexander von Haies. Nach Beginn einer wissenschaftlichen Karriere — mit etwa 35 Jahren in Theologie promoviert. 1257 Magister regens an der Pariser Universität - wurde er 12 s~ zum Gen .....
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Gentile, giovanni

Zusammen mit Benedetto Croce, dem anderen großen Vertreter des italienischen Neoidealismus. hat G. ein halbes Jahrhundert lang die philosophische Kultur seines Landes beherrscht. Sein streng antipositivistisches Denken - eine Neu-formulierung des Rechtshegelianismus - wirkt sich heute noch auf die G .....
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Pico della mirandola, giovanni

Freunden und Zeitgenossen bekam P. scherzhaft den Titel "Princcps Concordiae«. In ihm vereinigen sich familiäre Herkunft mit der Absicht seines philosophischen Arbeitens: P. wurde 1463 in dem norditalienischen Städtchen Mirandola als Sohn des Grafen der Städte Mirandola und Concordia, als »Princeps .....
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Willkommen und abschied - johann wolfgang von goethe

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde! Es war getan fast eh gedacht. Der Abend wiegte schon die Erde, Und an den Bergen hing die Nacht; 5 Schon stand im Nebelkleid die Eiche, Ein aufgetürmter Riese, da, Wo Finsternis aus dem Gesträuche Mit hundert schwarzen Augen sah. Der Mond von einem Wolkenhü .....
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