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Bierce, Ambrose - Leben und Biographie



Der in Mexiko verschollene Autor Ambrose Bierce wurde wegen seiner makabrer und satirischer Geschichten sowie illusionslos-sachlicher Kriegsschilderungen als »Bitter Bierce« bekannt.
      Als zehntes Kind einer Earmerfamilie in Ohio geboren, litt Bierce unter Armut, schwerer Arbeit und stTenger calvinistischer Erziehung. Nach Abschluss einer Setzerlehre kam er auf eine Kadettenschule in Kentucky. Während des Bürgerkriegs stieg eT in der Nord-staaten-Armee bis zum Major auf. Seine journalistische Arbeit führte ihn über San Francisco und London nach Washington . 1913 reiste eT als Kriegsreporter nach Mexiko, wo er vermutlich in den Wirren der Revolution ums Leben kam.
      Bereits 1867 war Bierce'Gedichtband Basilica erschienen. Literarischen Ruhm erlangte er mit seinen psychologisch-realistischen Kurzgeschichten über den Bürgerkrieg wie Eine Begebenheit an der Owl-Creek-Brücke über die Fluchtvorstellung eines Saboteurs kurz vor seiner Hinrichtung. Bierce' sozial- und kulturkritisches Engagement kommt in seinen Phantastischen Fabeln zum Ausdruck. Seine Misanthropie steigerte er im Wörterbuch des Teufelszv, einem sarkastischen Rundumschlag.
      Bierce' nüchternen Realismus in den Kriegserzählungen nahm Ernest -> Hemingway auf, seine oft in der Provinz spielenden Lügengeschichten wirkten auf den Regionalismus von -^Mark Twain. Der Wechsel sich widersprechender Erzählperspektiven und die Frage der Selbsttäuschung beeinflussten Autoren wie Jorge Luis -»Borges und Carlos ->Fuentes.
      Aus dem Wörterbuch des Teufels
Das Wörterbuch des Teufels won Ambrose Bierce ist das literarische Vermächtnis eines geistreichen Zynikers, glänzenden Stilisten, politischen Anarchisten und philosophischen Nihilisten. Entstehung: Bierce begann seine Serie bissiger Definitionen 1881 in der satirischen Wochenzeitschrift The Wasp in San Francisco. 25 Jahresetzte er sie in verschiedenen Zeitungen fort. 1906 erschienen sie unter dem Titel The Cynic's Word Book. Erst die Ausgabe von 1911 trug den Titel, unter dem das Buch Weltruhm erlangte: Aus dem Wörterbuch des Teufels. Inhalt: Bierce liefert rund 1000 meist bitterböse Worterklärungen. Die Definitionen sind selten mehr als zwei bis vier Sätze lang und schließen mit einer zielsicheren Pointe. So bezeichnet der kriegserfahrene Autor z.B. die Armee als »unproduktive Einrichtung, die eine Nation verteidigt, indem sie alles verschlingt, was einen Feind zur Invasion reizen könnte«. Diplomatie hält Bierce für »die patriotische Kunst, gegen Bezahlung für sein Vaterland zu lügen«, Ehrlichkeit im Geschäftsleben für eine schwere Behinderung. Ziel seines beißenden Spotts sind vor allem Geistliche, Politiker und Kapitalisten, deren auf göttliche oder irdische Fügung sich berufende Autorität Bierce angriffslustig auseinander nimmt. Aufbau: Zum satirischen Programm des »teuflischen Wörterbuchs« gehören u.a. Spottgedichte, Wortspiele, Zitate und Kauderwelsch frei erfundener Experten sowie persönliche Beleidigungen. Bierce hal keine Hemmungen, die Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten. Er wendet sich gegen Engstirnigkeit, Heuchelei, Selbstbetrug und geistige Trägheit im öffentlichen Leben der USA. Der verbitterte Autor ist im Grunde ein tief verletzter Patriot und Moralist, der den Siegeszug der Spießbürger, der für ihn einzigen wirklichen Weltmacht, nicht verwindet. Aber auch selbstkritische Töne sind zu vernehmen: »Ein Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten.« Wirkung: Bierce gehörte zum Kreis von Journalisten und Publizisten, die dem Geistesleben der USA nach den furchtbaren Erfahrungen des Bürgerkriegs und dem rationalistischen Denken der erwachenden Wirtschaftsmacht neue Impulse geben wollten. Bierces schwarzer Humor beeinflusste u.a. den Stil von Joseph Heller und Kurt-»Vonnegut.
      Die wichtigsten Bücher von Ambrose Bierce
Eine Begebenheit an der Owl-Creek-Brücke, 1891 Kurzgeschichte über einen Pflanzer aus den Südstaaten, der im Bürgerkrieg wegen Sabotage von Nordstaatlern gehängt wird. Sekunden vor dem Tod malt er sich seine Flucht aus.
      Ein Sohn der Götter 1891 In der Studie im Präsens opfert sich ein freiwilliger Kundschafter im Bürgerkrieg; sein Heldenmut treibt seine Kameraden ohne Befehl zum verlustreichen Angriff.
      Eine wiedergewonnene Identität 1893 In der Kurzgeschichte verliert ein am Kopf verletzter Leutnant sein Gedächtnis, streift jahrelang umher, erkennt sich als alter Mann im Spiegelbild des Wassers wieder und stirbt.
      Phonfost/'sc/ie Fabeln, 1899 In satirischen Skizzen attackiert Bierce u.a. selbst ernannte Expertenjournalisten, Millionäre und selbstsüchtige Frauen.
      Aus dem Wörterbuch des Teufels 1906/11 In rund 1000 geschliffenen Definitionen, Wortspielen, Spottgedichten und Zitaten erfundener Gelehrter gibt sich Bierce als geistreicher Zyniker und Nihilist zu erkennen.
     


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Bierce,  Ambrose    


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