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Bernanos, Georges - Leben und Biographie



Georges Bernanos hat sich in seinen Romanen, zu deren berühmtesten Die Sonne Satans^ 926) und Tagebuch eines Landpfarrerszähien, in der Nachfolge von Charles Peguy und ähnlich wie Paul Claudel vor allem mit der Rolle der menschlichen Natur in der christlichen Gemeinschaft auseinander gesetzt. Bernanos erhielt auf verschiedenen katholischen Schulen eine humanistische Ausbildung und beschäftigte sich früh mit den Werken von Honore de -> Balzac, Fjodor -> Dostojewski undvor allem Emile -> Zola. Während seines Studiums der Philologie und der Rechte verfasste er Gedichte und dachte an eine Laufbahn als Dramatiker. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er Versicherungsinspektor. 1926 veröffentlichte er seinen ersten Roman Die Sonne Satans, der ihm auf Anhieb literarische Anerkennung verschaffte; es folgten die Romane Der Betrug und Die Freude . Nach einem schweren Unfall verließ Bernanos mit seiner Familie Frankreich und ließ sich auf Mallorca nieder, wo er Zeuge des Spanischen Bürgerkriegs wurde und 1937 sein Hauptwerk, das Tagebuch eines Landpfarrers, schrieb. Nach einem kurzen Aufenthalt in Frankreich brach er 1938 nach Brasilien auf, von wo aus er mit der französischen Widerstandsbewegung kollabo-rierte. 1945 kehrte er nach Paris zurück und schrieb sein einziges Theaterstück Die begnadete Angst[]S48).

      Tagebuch eines Landpfarrers
Der Roman von Georges Bernanos ist vom protestantischen Rigorismus Soren -»Kierkegaards beeinflusst und schildert in Tagebuchform das mutige wie aussichtslose Ringen eines jungen Landpfarrers um die Durchsetzung des wahren Christentums gegen die erstarrten Konventionen der klerikalen Institution und die Gleichgültigkeit ihrer Mitglieder.
      Inhalt: Ein junger Priester aus sehr armen Verhältnissen und mit äußerst schwacher Gesundheit ist zum Pfarrer der kleinen flandrischen Gemeinde Ambricourt berufen worden. Der Pfarrer der Nachbargemeinde Torcy weiht ihn in die örtlichen Verhältnisse ein und versucht dem jungen Priester, dessen seelische Not er erkennt, seinen rigorosen Anspruch, als Instru-ment Gottes die Ordnung der Liebe herstellen zu wollen, auszureden. Stattdessen solle er sich um die verlorenen Schafe der Gemeinde kümmern, denn dies sei die wahre Aufgabe eines Pfarrers.
      Im Schloss von Ambricourt lernt der junge Priester den Grafen, die Gräfin sowie deren Tochter Chantal kennen. Eines Abends begegnet er in seiner Kirche Chantal, die ihm ihren ganzen Hass auf ihre Familie entgegenschleudert und ihren Vater beschuldigt, ein Verhältnis mit ihrer Lehrerin zu haben. Der junge Priester begibt sich zur Gräfin, um Näheres zu erfahren. Diese enthüllt ihm, dass sie ihren heiß geliebten Sohn im Alter von 18 Monaten verloren hat und diesen Verlust nur mit Hass auf ihren Gatten und ihre Tochter ertragen kann. In einem zähen und dramatischen Ringen versucht der junge Priester sie dem Hass - und damit der Hölle - zu entreißen, um die Ordnung der Liebe herzustellen. Die Gräfin gibt schließlich nach und öffnet sich dem Einwand des jungen Priesters, dass es kein gesondertes Reich der Toten und der Lebenden gebe, sondern nur das Reich Gottes, das Reich der Liebe, in dem alle leben. Die letzte Erinnerung an ihren Sohn, eine Haarlocke, wirft sie ins Kaminfeuer und stirbt in der folgenden Nacht. Nach den Begräbnisfeierlichkeiten häufen sich in der Gemeinde die Gerüchte über die Umstände ihres Todes sowie über die Rolle des jungen Priesters; der Graf will seine Amtsenthebungbewirken. Inzwischen wird der Gesundheitszustand des jungen Priesters immer besorgniserregender. Er sucht einen Arzt auf und erfährt, dass er Magenkrebs hat. Mit Gott und seinem Schicksal versöhnt, stirbt er. Aufbau: Die Tagebuchform wird durch Kommentare eines zweiten Erzählers unterbrochen, die über den Zustand des Tagebuchs Auskunft geben, etwa dass es Auslassungen, Korrekturen oder unleserliche Passagen gibt. Das Ende des jungen Priesters wird in einem Brief einer seiner Freunde an den Pfarrer von Torcy mitgeteilt.
      Auffällig ist die zwiespältige Haltung des Tagebuchschreibers zur Kraft seiner Sprache: Einerseits vertraut er ihr so stark, dass er seinen Aufzeichnungen einen höheren Grad an Wirklichkeit einräumt als den erlebten Ereignissen selbst, andererseits misstraut er seinen Ausdrucksmöglichkeiten immer dann, wenn er seine eigenen Befindlichkeiten beschreiben will, insbesondere, wenn es sich um Grenzerfahrungen handelt.
      Wirkung: Der Roman wurde kurz nach seinem Erscheinen 1936 bereits als ein wichtiges Werk des christlichen Existenzialismus gewürdigt und mit dem »Prix du roman« ausgezeichnet. 1952 kam die Verfilmung von Robert Bresson mit Claude Laydu in der Titelrolle in die Kinos.
      Christlicher Existenzialismus bei Georges Bernanos
Christliche Lebensprinzipien: Ebenso wie es eine menschliehe Würde als Lebensziel gibt, gibt es eine christliche Würde , ohne die menschliche Würde nicht gelebt werden könnte und umgekehrt. Das Streben nach Glück ist der geheimnisvollen Verbindung von Menschenwürde und der Liebe Christi unterworfen. Bedrückender Antagonismus: Die Protagonisten der Romane von Georges Bernanos' leiden an der Unverträglichkeit dieser beiden Lebensprinzipien, die besonders durch die materielle und geistige Armut inder modernen Welt bedingt ist, und stoßen sich schmerzhaft an dem Antagonismus von sozialer Wirklichkeit und christlicher Lehre. Diese predigt Armut als fruchtbaren Nährboden für die Liebe Christi; menschenwürdiges Leben ist aber in Armut nicht möglich, es sei denn, die Liebe zu Christus schließt die Liebe des Individuums zu sich selbst als Teil Christi ein. Die Protagonisten müssen den durch materielle und geistige Armut gespeisten Hass auf sich selbst, auf andere Menschen und auf Gott überwinden, um das Glück zu finden.
     


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