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Beecher Stowe, Harriett - Leben und Biographie



Harriet Beecher Stowe, die sich in ihren Werken für die Aufhebung der Sklaverei in den Südstaaten und für die Rechte der Frauen engagierte, gehört zu den berühmtesten Schriftstellerinnen der amerikanischen Literaturgeschichte.
      Beecher Stowe wuchs als Tochter des angesehenen Theologen Lyman Beecher in einem gut situierten, politisch aktiven Haushalt auf. Sie war Schülerin und später Lehrerin in der von ihrer älteren Schwester in Boston gegründeten Mädchenschule. 1832 siedelte sie mit ihrer Familie nach Cincinnati über, wo ihr Vater als Präsident des theologischen Lane-Seminars beschäftigt war. 1836 heiratete sie den Theologie-Professor Calvin E. Stowe.
      In Cincinnati kam Beecher Stowe erstmals direkt mit entflohenen Sklaven in Kontakt, da im angrenzenden Staat Kentucky die Haltung von Sklaven gestattet war. Nachdem sie sich schon vorher als Autorin von Erzählungen und Zeitschriftenartikeln betätigt hatte, vor allem über ihre Heimat Neuengland, begann sie 1850 mit der Abfassung ihres in der ganzen Welt berühmt gewordenen Romans Onkel Toms Hütte . 1850-53 lebte Beecher Stowe mit ihrer Familie in Brunswick , später in Andover und ab 1864 in Hartford , in Nachbarschaft zu -> Mark Twain. Ihre letzten Lebensjahre lebte sie in geistiger Umnachtung.

      Onkel Toms Hütte
Mit ihrem 1852 erschienenen Roman Onkel Toms Hütte schuf Harriet Beecher Stowe das erfolgreichste amerikanische Erzählwerk des 19. Jahrhunderts. Obwohl kontrovers diskutiert, gilt der als zeitgenössische Polemik gegen das Unrechtssystem der Sklaverei angelegte Roman noch heute als ein Klassiker der sozialkritischen Weltliteratur.
      Inhalt: Schauplatz des Romans ist zunächst die in Kentucky gelegene Plantage Arthur Shelbys. Dieser ist durch leichtsinnige Spekulationsgeschäfte in finanzielle Not geraten und erklärt sich daher bereit, seinen Sklaven Tom und den kleinen Sohn seiner Hausdienerin Elisa Harris an den skrupellosen Sklavenhändler Dan Haley zu verkaufen. Als Shelby seiner Frau Emily von dem Verkauf erzählt, wird Elisa zufällig Zeugin ihrer Unterredung. Von Panik ergriffen beschließt sie, mit ihrem Sohn Harry in die Nordstaaten zu fliehen. Auch ihr Mann Georg, der als Sklave auf einer benachbarten Farm arbeitet, hat sich inzwischen zur Flucht Richtung Kanada entschlossen.
      Mit der Unterstützung zweier Helfer gelingt es Elisa und Harry, ihrem Verfolger Haley zu entkommen. Bis zu ihrer sicheren Unterbrin-gung in einer QuäkeTsiedlung, in der später auch Georg wohlbehalten eintrifft, finden Elisa und Harry im Haus des Senators John Bird und seiner Frau Mary Unterschlupf.
      In einem parallelen Handlungsstrang wird die Geschichte Onkel Toms erzählt. Tom, der Arthur Shelby schon seit dessen Kindheit als ergebener Diener zur Seite steht, erfährt, dass dieser ihn an Haley verkauft hat. Er soll in den Süden überführt werden, wo ihm als Sklaven, wie er weiß, schwerste körperliche Misshandlungen drohen. Dennoch entscheidet er sich aus Sorge um die Folgen, die Shelby zu tragen hätte, gegen eine Flucht.
      Während seines Transports über den Mississippi lernt er Eva kennen, die Tochter des wohlhabenden Augustin St. Cläre aus New Orleans. Als sie bei einem Unfall über Bord geht, stürzt sich Tom beherzt in den Fluss und rettet sie vor dem Ertrinken, ^gustin St. Cläre gibt daraufhin den Bitten seiner kleinen Tochter nach und kauft Tom dem stets auf Profit bedachten Haley ab. Gemeinsam mit Augustin, Eva und ihrer Tante Ophelia trifft Tom in New Orleans ein, wo er mit der Betreuung Evas beauftragt wird.
      Etwa zwei Jahre später erkrankt das Mädchen schwer und stirbt. Von ihrem Tod zutiefst erschüttert, entschließt sich St. Cläre zur Freilassung seiner Sklaven. Doch bevor er seinen Plan in die Tat umsetzen kann, wird er bei der Schlichtung eines Streits erstochen. Seine Frau Marie verkauft daraufhin den Familienbesitz und die Sklaven. Tom gelangt in die Hände des grobschlächtigen und tyrannischen Plantagenbesitzers Simon Legree. Unter dessen Sklaven befindet sich auch Cassy, die Legree seit Jahren als Liebesdienerin unterworfen ist. Als Tom sich nach der geglückten Flucht Cassys und ihreT Freundin Emmeline weigert, das Versteck der beiden preiszugeben, schlägt ihn Legree blindwütig nieder. Tom eTliegt seinen Verletzungen an demselben Tag, an dem Arthur Shelbys Sohn George auf Legrees Plantage erscheint, um ihn freizukaufen.
      Wirkung: Der Roman Onkel Toms Hütte wurde unmittelbar nach seinem Erscheinen zu einem internationalen Bestseller und machte Beecher Stowe zu einer der erfolgreichsten und zugleich umstrittensten Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Bei allem Engagement der Autorin für die Abschaffung der Sklaverei bleibt der Vorwurf einer eindeutig rassistischen Darstellung gerechtfertigt. Diese äußert sich vor allem in der pauschalen Charakterisierung des »Negers« als kindlich, harmlos und einfältig. Kritisch zu betrachten ist auch die idealisierte Duldsamkeit Toms, der zweimal die Gelegenheit zur Flucht verstreichen lässt und sich stets gottergeben in sein vermeintliches Schicksal fügt.
      Hauptfiguren in »Onkel Toms Hütte« von Harriet Beecher Stowe
»Onkel Tom«: Er ist langjähriger Sklave Arthur Shelbys. Als Shelby ihn an den Sklavenhändler Haley verkauft, beginnt für ihn eine Reise ins Ungewisse. Doch Tom, der ausschließlich von christlichen Idealen geleitet wird, bleibt trotz aller ihm widerfahrenen Ungerechtigkeiten unbeirrbar in seiner Gottergebenheit und Nächstenliebe. Arthur Shelby: Er lebt mit seiner Frau Emily und seinem Sohn George auf einer von Sklaven bewirtschafteten Plantage in Kentucky. Hoch verschuldet entschließt er sich zum Verkauf seines Sklaven Tom und des kleinen Harry Harris an den Sklavenhändler Haley.
      George Shelby: Der gutmütige Sohn Arthur Shelbys begibt sich Jahre nach dem Verkauf Toms auf die Suche nach dem väterlichen Freund, den er aus seiner Versklavung freizukaufen hofft. Doch als er ihn findet, ist es zu spät: Tom liegt bereits im Sterben. Um die Schuld seiner Familie zu sühnen, gibt George seinen Sklaven die Freiheit.
      Elisa Harris: Als die langjährige Hausdienerin der Shelbys von dem geplanten Verkauf ihres kleinen Sohnes Harry erfährt, entschließt sie sich zur Flucht.
      Georg Harris: Derselbstbewusste und aufgeklärte Ehemann Elisas und Vater des kleinen Harry entschließt sich noch vor Elisa zur Flucht Richtung Kanada, wo er das nötige Geld für die Befreiung seiner Familie aus der Versklavung aufzubringen hofft. Augustin St. Gare: Der Vater der kleinen Evangeline kauft Tom, der Eva vor dem Ertrinken gerettet hat, von Haley ab und nimmt ihn mit nach New Orleans. Hinter seinem spöttisch-distanzierten Auftreten entpuppt er sich als warmherziger und zutiefst moralischer Mensch. Nach dem Tod Evangelines beschließt er, seine Sklaven in die Freiheit zu entlassen. Evangeline : Die bezaubernde Tochter Augustin und Marie St. Cläres kennt, anders als ihre Mutter, weder Vorurteile noch Standesdünkel. Ihrem Namen entsprechend erscheint sie in ihrer engelsgleichen Unschuld und Güte als kindliche Be-kehrerin der Verblendeten. Marie St. Cläre: Die verwöhnte und hypochondrische Ehefrau Augustin St. Cläres erscheint in ihrem durch nichts zu erschütternden Ãoberlegenheitsanspruch als Verkörperung der dekadenten Südstaaten-Aristokratie.
     


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Beecher  Stowe,  Harriett    


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