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Beckett, Samuel - Leben und Biographie



Samuel Beckett, dessen Werk Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele und Essays in englischer und französischer Sprache umfasst, zählt zu den einflussreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts und gilt als Hauptvertreter des »absurden Theaters«.
      Beckett wuchs in den gutbürgerlichen Verhältnissen einer protestantischen Familie auf. 1923-27 studierte er am Dubliner Trinity College Französisch, Italienisch und Neuere Literatur. Ab 1928 arbeitete er zwei Jahre als Englischlektor an der Pariser Ecole Normale Superieure. In dieser Zeit lernte er James -»Joyce kennen, zu dessen engstem Freundeskreis er bald zählte. 1937 ließ sich Beckett nach erneuter Lehrtätigkeit endgültig in Paris nieder. Als Mitglied der Resistance war er 1942 zur Flucht ins unbesetzte Südfrankreich gezwungen. 1945 kehrte er aus dem Exil zurück: Seine produktivste Schaffensphase begann.
      Das Theaterstück Warten auf Godot begründete Becketts Weltruhm. Es steht am Anfang eines literarischen Reduktionsprozesses, der nicht nur das Werk des Autors prägte, sondern das gesamte moderne Theater veränderte. Als Beckett 1969 den Nobelpreis für Literatur erhielt, würdigte das Nobelkomitee »eine Dichtung, die in neuen Formen des Romans und des Dramas aus der Verlassenheit des modernen Menschen ihre künstlerische Ãoberhöhung erreicht«.

      Warten auf Godot
Samuel Beckett schuf mit dem Schauspiel Warten aufGodot eines der wichtigsten WeTke des »absurden Theaters«. Wie in seinem gesamten Werk stellt Beckett das menschliche Dasein als absurd, als Leerlauf, als sinnloses Warten, als Enden-Wollen und Nicht-enden-Können dar. Mit dem radikalen Pessimismus verbinden sich mitunter groteske Elemente. Darin spiegelt sich die Auffassung des Autors, moderne Literatur habe nicht mehr konkret fassbare Inhalte zu vermitteln, sondern müsse vielmehr das Erzählen selbst zum Gegenstand ihrer Erzählungen erheben.
      Aufbau: Becketts Schauspiel Warten auf Godot zeigt seine Tendenz zur absoluten Reduktion: Das Bühnenbild besteht nur aus einer Landstraße und einem Baum. Die Landstraße, die aus dem Irgendwo kommt und ins Irgendwohin führt, symbolisiert den unbestimmten Raum. Die Dialoge entwickeln keine Handlung oder Erkenntnis, sondern scheinen sich darin zu erschöpfen, die Langeweile des Wartens zu vertreiben. Sie haben auch keinen unmittelbaren Bezug zur Erwartung des Kommens Godots. Kreisläufe und Wiederholungen sind kennzeichnend für den äußeren Ablauf.
      Inhalt: Im ersten Akt warten Estragon und Wladimir, zwei Landstreicher, auf Godot, mit dem sie verabredet sind, ohne Genaueres zu wissen: Ãober den Grund dieser Verabredung wird ebenso wenig etwas ausgesagt wie über die Person Godots. Auch über das Verhältnis von Estragon und Wladimir zueinander erfährt man im Wesentlichen nichts; sie scheinen nur über das gemeinsame Warten miteinander verbunden zu sein. Ihre sprunghafte, teils banale, teils groteske, teils sentenziöse Wechselrede voller Wortspiele wird durch den Auftritt der Reisenden Pozzo und Lucky unterbrochen, die als Herr und an der Leine geführter Knecht erscheinen. Lucky muss auf Befehl nicht nur Tanzeinlagen aufführen, sondern auch denken: Angestrengt gibt er als Resultat eine unzusammenhängende und sinnentleerte Wortflut von sich. Das Herr-Knecht-Gespann zieht anschließend weiter.
      Im zweiten Akt warten Estragon und Wladimirweiterhin aufGodot, die beiden anderen Figuren erscheinen erneut: Nun wird der blinde Pozzo vom stummen Lucky geführt. Wie im ersten Akt überbringt gegen Ende ein Junge die Nachricht, dass Godot heute nicht mehr, aber ganz bestimmt morgen kommen werde. Das einzig Unabwendbare ist das Warten. Es ist jedoch das Wissen, dass man wartet, das diesem Zustand in aller Unsicherheit einen Halt gibt. So bleibt letztlich die Ungewissheit als das einzig Gewisse.
      Wirkung: Das in Paris am 5.1.1953 im Theätre de Babylone uraufgeführte Schauspiel Warten aufGodot wurde zu einem der größten Erfolge der Nachkriegszeit.
      Mit dem Stück wurde Beckett berühmt und konnte sich als einer der Hauptvertreter des im Paris der 1950er Jahre entwickelten absurden Theaters etablieren. Die Rezeptionsgeschichte zeigt, dass das Schauspiel auf vielfache Weise interpretiert wurde. Insbesondere die Deutung des Godot fiel sehr unterschiedlich aus: Handelt es sich um Gott, das Nichts oder möglicherweise doch um etwas ganz anderes?
Die wichtigsten Werke von Samuel Beckett
Murphy 1938 Roman über einen Menschen, der sich konsequent der von ihm als unerheblich empfundenen Realität entzieht, um die hermetische Abgeschlossenheit seines Geistes zu vervollkommnen.
      Molloy 1951 Zweiteiliger Roman, derdie Identitätssuche des Vagabunden Molloy und seines Verfolgers Moran nachzeichnet. Das Werk bildet mit Mahne stirbt und Der Namenlose ei ne Trilog ie.
      Malonestirbt 1951 Der in /WoWovbeschriebene Prozess einer Ich-Auflösung findet seinen Fortgang in der Figur des ans Bett gefesselten Malone.
      Warten auf Godot 1952 Das Drama gilt als wichtigstes Werk des »absurden Theaters«. Zwei Landstreicher warten aufGodot. Es ist nichts über den Grund der Verabredung oder die Person Godot bekannt. Das Warten ist der Inhalt des Stücks und wird von grotesken Dialoge begleitet.
      DerNamenlose 1953 Nach Malone stirbt der dritte Teil der Trilogie. Das erzählende Ich existiert, fast körperlos, nur noch in endlosen Reflexionen.
      Endspiel 1957 Hauptfiguren in diesem Schauspiel in einem Akt sind der blinde und gelähmte Hamm und sein Diener Clov. Sie leben in gegenseitiger Abhängigkeit im Niemandsland zwischen Leben und Tod.
     


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