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Beauvoir, Simone de - Leben und Biographie



Simone de Beauvoir war eine führende Vertreterin des Existenzialismus und eine der wichtigsten Theoretikerinnen und Verfechterinnen der Emanzipation der FTau. In ihren Büchern verband sie individuelle Erfahrungen mit philosophischen Grundthemen des Existenzialismus und entwickelte daraus einen eigenen literarischen Stil.
      Beauvoir wuchs behütet in bürgerlichen Verhältnissen auf . Vor allem ihr Vater weckte in ihr die Liebe zur Literatur. An der Sorbonne studierte sie Literaturwissenschaft, Mathematik und Philosophie. 1929 lernte sie Jean-Paul -* Sartre kennen, ihren künftigen Lebensgefähr-ten. Sie war zunächst als Lehrerin in Marseille, Rouen und Paris tätig. Seit 1943 arbeitete sie als freie Schriftstellerin. Ihr erstes Buch, Sie kam undblieb, behandelt ein Dreiecksverhältnis. Zu ihren wichtigsten Werken gehören die Romane Das Blut der anderen, , Die Mandarins von Paris , für den sie den Prix Qoncourt erhielt, sowie die Essays Das andere Geschlecht und Das Alter . Mit Sartre engagierte sich Beauvoir politisch u.a. gegen den Algerien- und den Vietnamkrieg. Ab den 1970er Jahren unterstützte sie die französische Frauenbewegung.
      Das andere Geschlecht
Bis heute gilt Simone de Beauvoirs Essay Das andere Geschlecht mit dem Untertitel Sitte und Sexus der Frau über die Frau in der Gesellschaft als Standardwerk der Frauenbewegung und ist das meistgelesene Buch zur Emanzipation. In Details erscheint es überholt, im Wesentlichen jedoch aktuell. Weltanschaulich liegen dem Werk die Positionen des Existenzialismus zu Grunde, der Passivität und Erdulden verurteilt, die Beauvoir den Frauen vorwirft. Inhalt: In der Einleitung definiert Beauvoir ihr Konzept des »anderen«: Der Mann sei in unserer
Vorstellungswelt ohne Frau denkbar, während die Frau »mit Bezug auf den Mann determiniert und differenziert« werde. »Er ist das Subjekt, er ist das Absolute«, heißt es, »sie das Andere.« Aus den jahrtausendealten Einschränkungen der Frau resultiere ihr Unterlegenheitsgefühl.
      Das Werk besteht aus zwei Büchem, das erste trägt den Untertitel Fakten und Mythen. Die Autorin untersucht die physiologische, psychologische, ökonomische, historische und literarische Situation der Frau. Nüchtern betrachtet sie die biologischen Gegebenheiten, die Feststellungen der Psychoanalyse und des historischen Materialismus zur Rolle der Frau. Auch die überlegene Körperkraft des Mannes erkläre nicht, warum die Frau sich ihm untergeordnet habe, da beim Menschen »die biologischen Gegebenheiten den Wert, den der Existierende ihnen gibt«, bestimmten. An der Theorie von Sigmund ^Freud bemängelt sie, dass er bei der weiblichen Psyche »einfach das männliche Modell zugrunde gelegt« habe. Dem historischen Materialismus billigt sie zu, »wichtige Wahrheiten« erkannt zu haben. Doch erkläre Friedrich -»Engels nicht, warum »das Privateigentum notwendig die Versklavung der Frau zur Folge haben soll«. Beauvoir verfolgt die Rolle der Frau im Lauf der Geschichte von den primitiven Formen der menschlichen Gesellschaft bis zur gegenwärtigen, in der die Eltern »ihre Tochter immer noch mehr im Hinblick auf die Ehe« erziehen, anstatt ihre Entwicklung zu fördern.
      Das zweite Buch, das Gelebte Erfahrung überschrieben ist, beginnt mit dem Satz: »Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.« Esbeschreibt den exemplarischen Werdegang der Frauen von der Geburt bis zum Beginn der Sexualität, die Situation der erwachsenen Frau in der Gesellschaft. Beauvoir entmystifizierl dabei einschneidende körperliche Erfahrungen wie Menstruation, Liebesakt und Gebären als unerfreulich oder demütigend. Den Lcsbierinnen widmet sie eine eigene Betrachtung, die von modernen Feministinnen kritisiert wurde, da sie letztlich die »Normalität« für erstrebenswert halte. Nicht selten sarkastisch beschreibt sie die »Rechtfertigungen« der Frauen, die aus Frustration vor einem selbst verantwortlichen Dasein in Rollen wie die der Narzisstin oder der unterwürfigen Liebenden flüchteten. Wirkung: Unmittelbar nach seinem Hrscheinen löste das Buch in Frankreich eine leidenschaftliche Diskussion aus. Innerhalb einer Woche wurden 22000 Exemplare des ersten Bandes verkauft, der zweite hatte ähnlichen Erfolg. Im Figaro Litteraire ereiferte sich der katholische Schriftsteller Francois -> Mauriac: »Wir haben auf dem Gebiet der Literatur die Grenze der Verkommenheit erreicht.« Andere Literaten verteidigten die Autorin ebenso vehement. Die Zeitschrift Paris Match widmete dem Buch sieben Seiten und schrieb u.a.: »Eine Frau ruft die Frauen zur Freiheit.« Der Vatikan setzte das Buch auf den Index. Die feministischen Frauenbewegungen der Welt machten es zu ihrer theoretischen Grundlage. 1953 wurde es ins
Englische, danach in andere Sprachen übersetzt und in Millionenauflagen verkauft. Es regte wissenschaftliche Untersuchungen und zahllose Dissertationen an.
      In ihrer Lebensbilanz Alles in allem schrieb Beauvoir 1972: »Das andere Geschlechtmag für militante Feministen von Nutzen sein, doch ist es nicht eigentlich ein militantes Buch.« 1971 bis 1982 führte die deutsche Feministin Alice -> Schwarzer Gespräche mit Beauvoir, die 1983 als Buch erschienen. 1992 ließ der Rowohlt Verlag den fast 1000 Seiten umfassenden Essay neu übersetzen. Die Wirkung des Werks hält bis heute an.
      Die wichtigsten Bücher von Simone de Beauvoir
Romane
Sie kam und blieb 1943 Beauvoir beschreibt hier eine Dreiecksbeziehung, wie sie sie häufig mit ihrem Lebensgefährten Sartre erlebte. Eine Frau dringt in eine bestehende Verbindung zweier Mensehen ein.
      Das Blut der anderen 1945 Das Thema des Romans ist die Frage, ob ein Widerstandskämpfer mit seinen Aktionen gegen die deutsche Besatzung den Tod unschuldiger Menschen riskieren darf.
      Alle Menschen sind sterblich 1945 Dieser einzige historische Roman von Beauvoir spielt am Hof Kaiser Karls

V.

. Er behandelt die Sinnlosigkeit des menschlichen Strebens nach Unsterblichkeit.
      Die Mandarins von Paris 1954 Ein Schlüsselroman über das Leben der Intellektuellen im Paris der

I

V.

Republik. Nach Ansicht der Literaturkritik ist das Buch einer der repräsentativsten Romane der Nachkriegszeit.
      Die Welt der schönen Bilder 1966 Im Mittelpunkt des Romans steht ein erfolgreiches Ehepaar - er ist ein Architekt, sie ist in der Werbung tätig -, das Karriere und Geld als die wichtigsten Werte im Leben ansieht.
      Essays und Schriften
Das andere Geschlecht 1949 Eine grundlegende Untersuchung des Daseins der Frauen unter allen denkbaren Gesichtspunkten. Das Buch wurde zum Standardwerk der Frauenbewegung und -emanzipation.
      Amerika -Tag und Nacht, 1950 Eine Liebeserklärung an die USA und zugleich scharfe Kritik am Chauvinismus amerikanischer Intellektueller gegenüber Europa.
      China - das weitgesteckte Ziel 1957 Das Buch ist der Bericht über eine Reise, die Sartre und Beauvoir im Jahr 1955 nach China unternahmen. Sie selbst befand einige Jahre später, es sei ein »überladenes« Buch.
      DasAlter 1972 Die Frage, wie ein Mensch im Alter in der Gesellschaft Mensch bleiben kann, steht im Zentrum dieser Dokumentation.
     


Beauvoir, simone de

Spitze Kritikerzungen nannten sie »Notre-Dame de Sartre« oder »La Grande Sartreuse«, um ihre intellektuelle Abhängigkeit vom Lebensgefährten Jean-Paul Sartre und damit zugleich ihre künsterlische Epigonalität zu geißeln. Unterstellungen dieser Art sind unzutreffend. Die Tochter aus gutem Hause tMemo .....
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Klages, simone

Biografie: *20.6.1 in Hamburg. S. Klages beendete ihr Studium an der Fachhochschule Hamburg als Di-plomdesignerin mit dem Buch Henni oder Ich bin doch nicht die Hildegard Knef. Lebensgeschichte einer Hamburger Arbeiterin . 1984-1985 folgte ein Auslandsstipendium des Deutschen Akademischen Austauschd .....
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