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Baum, Vicki - Leben und Biographie



Die Bedeutung von Vicki Baum beruht vor allem auf ihreT Fähigkeit, den Literaturmarkt mit Werken zu versorgen, die den Publikumsgeschmack trafen, aber dennoch unerwartete Wendungen zuließen. Ihre Texte verbinden zeitgemäße Gesellschaftskritik mit erfolgreichen Handlungsmustern, die vor allem die inden 1920er Jahren zu unabhängigem Denken gekommene bürgerliche Frau ansprachen, aber ihre Stellung nicht existenziell in Frage stellten. Die meisten ihrer Romane spielen in Künstlerkreisen und ähnlichen Milieus. Zentrale Themen sind Liebe und Abenteuer.
      Baum wuchs in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf und absolvierte eine musikalische Ausbildung als Harfenistin. Sie heiratete nach einer frühen ersten he 1916 den Dirigenten Hans Lert und arbeitete ab 1926 als Redakteurin in Berlin. Wenn sie sich auch bis zur Geburt ihrer beiden Söhne primär als Musikerin sah, ging sie ihre Schriftstellerei als Handwerk mit großer Professionalität an. 1931 reiste sie wegen der Broadway-Premiere von Menschen im Hotel in die USA und entschloss sich 1932, wegen der drohenden Gefahr für die jüdische Familie, ganz auszuwandern.
      Menschen im Hotel
Obwohl Vicki Baum eine produktive Schriftstellerin war und bereits mit Stud. ehem. Helene Willfür zur Bestsellerautorin wurde, ist es vor allem der Erfolg von Menschen im Hotel, mit dem sie in der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts Erwähnung findet. Der Roman gilt als das erste Werk, welches das Muster des Gruppenromans - das scheinbar zufällige Zusammentreffen vollkommen unterschiedlicher Menschen und deren Verstrickungen an einem Ort für eine begrenzte Zeit - einem breiten Lesepublikum vorstellte. Inhalt: Die Handlung konzentriert sich auf den Zeitraum von vier Tagen und drei Nächten in einem Luxushotel im Berlin der 1920er Jahre. Der Blick ins Hotel bietet Momentaufnahmen einzelner Lebensgeschichten, die sich überschneiden und dabei dramatische Veränderungen erfahren. Scheinbar unbedeutende Entscheidungen der Figuren stellen sich als folgenreich heraus und verändern ihr Leben grundlegend. Das Hotel ist Katalysator und bildet den Schnittpunkt der Handlungsstränge, indem es Menschen zusammenführt, die -jeder auf seine Weise - aus ihrem Leben auszubrechen versuchen.
      Jede der Figuren tritt durch eine unerwartete Tat in eine neue Rolle. So lässt sich z.B. die alternde Primaballerina Grusinskaja nach einer mäßig erfolgreichen Vorstellung zu einer Liebesnacht mit dem jugendlichen Baron, der als Juwelendieb in ihr Zimmer eingedrungen ist, hinreißen. Der diebische Baron seinerseits begehrt plötzlich die Frau, nicht ihren Besitz.
      Struktur: In sieben chronologisch organisierte Abschnitte gegliedert, reihen sich die verschiedenen sich zuspitzenden Handlungsstränge des Textes lockeT aneinander. Häufig brechen sie im Augenblick der größten Spannung ab, um zu einem anderen Handlungsschauplatz überzugehen. Im Zentrum stehen die völlig unterschiedlichen tragischen Konflikte der Hauptfiguren, deren innere Stärken und Schwächen bis zum Ende der vier Tage analysiert werden. Die Erzählerfigur trifft dabei immer wieder psychologische Diagnosen, die sich in intensiven Gesprächen der Figuren bestätigen und Distanz in den voyeuristisch schweifenden Blick des Romans erzeugen. Durchgängig lebt der Text von der Spannung zwischen den sich widersprechenden Neigungen zu Sensationslust und Nachdenklichkeit. Schon der Untertitel Ein Kolportageroman mit Hintergründen weist auf den Konflikt zwischen bürgerlicher Unterhaltung mit den Erfolgselementen Luxus, Liebe und Gewalt einerseits sowie dem Streben nach Gesellschaftskritik andererseits hin. Wirkung: Der Bedeutung des Romans und sein großer Einfluss liegen in der Verbreitung seines Erfolgsmusters in der Medienkultur, was sich vor allem an den Schauplätzen zahlreicher Eernseh-serien, ob in Hotels, Krankenhäusern oder am Strand, manifestiert. Das zeigen nicht zuletzt auch die Hörspielfassungen und die Verfilmungen als Grand Hotel und Weekend im Wal-dorf mit Ginger Rogers in der Hauptrolle sowie die Broadway-Musicals Atthe Grand und GrandHotelU 989-92).
      Hauptfiguren in »Menschen im Hotel« von Vicki Baum
Elisaweta Alexandrowna Grusinskaja: Diealternde Primaballerina findet nach einem enttäuschenden Ballettabend mit Baron von Gaigern ein kurzes, intensives Glück. Sie reist verjüngt zu ihrem nächsten Engagement, beginnt aber an ihrem Glück zu zweifeln, als Baron von Gaigern ihre Anrufe nicht entgegennehmen kann. Felix Amadei Benvenuto Freiherr von Gaigern: Der jugendlich-romantische Le-bemann, der als Anführer einer Diebesbande Grusinskajas Juwelen stehlen will, findet einen sinnlosen Tod unter einem von Generaldirektor Preysing in vermeintlicher Notwehr geschwungenen Tintenfass. Otto Kringelein: Der todkranke Hilfsbuchhalter in Preysings Fabrik hat nur noch wenige Wochen zu leben und will sein gesamtes Erspartes im Luxus verprassen, um zum ersten Mal »wirklich« zu leben. Er verlässt das Hotel zwar immer noch todgeweiht, aber gut gekleidet in Begleitung einer attraktiven Frau.
      Generaldirektor Preysing: Der spießbürgerliche Leiter einer vom Ruin bedrohten Baumwollfabrik, der zum ersten Mal von seinen Prinzipien abweicht, verstrickt sich in einer Geschäftslüge und betrügt seine Frau. Am Ende dieser vier Tage hat er nicht nur seine Ehe zerstört, sondern wird auch als Gaigerns Mörder abgeführt. Fräulein Flamm: Die attraktive junge Frau wird auch »Flämmchen« genannt. Sie ist Sekretärin sowie Aktmodell und setzt ihre jugendliche Schönheit pragmatisch zunächst bei Gaigern, dann bei Preysing ein. Schließlich erkennt sie sich selbst im Spiegel der unverfälschten Bewunderung durch den todkranken Hilfsbuchhalter Kringelein, ohne jedoch ihren erotischen Pragmatismus zu verlieren.
      Dr. Otternschlag: Für den durch eine Kriegsverletzung entstellten ehemaligen Militärarzt verändert sich als einzigen Menschen nichts. Er lebt am Ende genauso einsam im Hotel wie zu Beginn.
     


Ã"sthetisches system bei baumgarten

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Von baumgarten zu kant: begriff und begriffslosigkeit der kunst

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Baumann, hans

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Bierbaum, otto julius

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Baumrucker, gerhard

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