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Bartolini, Luigi - Leben und Biographie



Der italienische Radierer, Maler, Kunstkritiker und Schriftsteller Luigi Bartolini ist vor allem durch seinen Erfolgsroman Fa/)rrarMebe, einem Hauptwerk des literarischen Neorealismus, international bekannt geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg sah Bartolini als einer der ersten Autoren, welchen Reichtum an Stoff der banale Alltag bietet.
      Seine ersten Erfolge hatte Bartolini als bildender Künstler. Nach einer Ausbildung in Rom und Florenz erwarb er ein Diplom als Zeichenlehrer. 1924-26 unterrichtete er am Technischen Institut von Camerino. Er schrieb für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Wegen seiner häufig polemischen Artikel wurde er von den faschistischen Behörden mehrmals versetzt. 1928 stellte er erstmals auf der Biennale in Venedig aus. 1932 erhielt er mit Giorgio Morandi und Umberto Boccioni den Ersten Preis der Italienischen Radierungsausstellung in Florenz. Weitere Preise folgten. 1938 konnte Bartolini nach Rom zurückkehren. In den 1930er Jahren hatte der KünstleT begonnen, auch Romane zu schreiben, deren Grundton eine mit Ironie gemischte Melancholie ist.
      Fahrraddiebe
Luigi Bartolinis Roman ist ein Hauptwerk des literarischen italienischen Neorealismus. Er schildert die Realität auf den Schwarzmärkten der Besatzungszeit in Rom nach der Vertreibung des Mussolini-Regimes. Mit drastischer Genauigkeit gibt der Autor das Leben in den Vierteln der Armen oder Kriminellen, dem BeTeich um den Campo dei Fiori oder in Trastevere wieder. Vittorio de Sica, der 1948 seinen berühmten Film nach der Romanvorlage drehte, hat von Bartolini hauptsächlich das Milieu und dessen Darstellung übernommen. Thema des Romans ist die Jagd nach einem gestohlenen Fahrrad, bei der der
Held vot allem die unteren gesellschaftlichen Schichten erlebt. Die Suche nach dem Rad wird für den Autor zu einer Parabel des Lebens, des Verlustes und des Gewinns, der unablässigen Anstrengung, die letztlich nichts einbringt. Inhalt: Dem Ich-Erzähler - Maler und Schriftsteller wie der Autor - wird auf den Straßen von Rom sein Fahrrad gestohlen. Besessen und unermüdlich macht er sich auf die Suche nach dem Fahrzeug und recherchiert in allen Winkeln der Stadt. Die Altstadt um den Campo di Fiori gilt als Zentrum der Diebeswelt, die in diesen rechtlosen Zeiten selbstbewusst und furchtlos agiert: »Roms Diebeshöhle seit unvordenklichen Zeiten ist das Gassengewirr im Campo dei Fiori ... Nur dass sich heute dort noch hundertmal mehr Diebe herumtreiben als früher«. Der Bestohlene sucht immer wieder auf dem schwarzen Markt, wo die Händler seine Bemühungen mit großem Misstrauen beobachten. Gestohlene Ware - auch Fahrräder - wird hier zu Dollarpreisen verkauft, zu einem Vielfachen ihres Werts.
      Schließlich rotten sich die Diebe gegen den insistierenden Bestohlenen zusammen. Er zieht sich zunächst nach Trastevere zurück, den Stadtteil Roms, in dem die Armen leben, die Diebe und deren Helfer, die Dirnen und Zuhälter, die Schwarzhändler und ihnen nahe stehende Existenzen. Ein Versuch, die Polizei in die Suche nach dem Fahrrad einzuschalten, miss-lingt. Die Beamten haben andere Sorgen: »Die Aufgabe der Polizei besteht darin, sich etwas zu essen zu verschaffen, denn es ist nur zu wahr, dass unsere Regierung ihTe Beamten nicht ausreichend bezahlt«, stellt deT Ich-Erzähler fest. In Trastevere wendet er sich an das Malermodell, Dienst- und Freudenmädchen Elorinda, die ihm wieder zu seinem Fahrrad verhelfen kann. Allerdings muss er sein Eigentum für den damals absurd hohen Preis von 6000 Lire zurückkaufen.
      Besondere Kennzeichen des Neorealismus sind die präzise Wiedergabe der Alltagswfrklich-keit und die Banalität des Umfelds. Die Handlung ist einfach und unkompliziert, entscheidend ist das Milieu, aus dem der Held stammt und in dem er sich bewegt. Auch er ist vergleichsweise unattraktiv gezeichnet und als Figur wenig ergiebig. Allein in der genauen Darstellung seiner Umwelt gelangt er zu Leben und Plastizität.
      Wirkung: Mit seiner üarstellungsweise legt Bartolini die soziale und politische Wirklichkeit der Nachkriegszeit bloß: DeT Schwarzmarkt, die HuTen und ihre Zuhälter, Kriegsgewinnler, Spekulanten und andere Randexistenzen sind genau beobachtet und beschrieben. Der Autor zeigt die Verwahrlosung Roms nach den Kriegs-wirten, die deprimierten Ãoberlebenden, die auftrumpfenden, skrupellosen Existenzen, die aus der chaotischen Situation in jeder Weise Ge-winn zu ziehen vermögen, die Mitläufer, Schuldigen und Gleichgültigen.
      Bartolini schildert den Zustand der Welt nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs in einem neuen, realistischen, mit melancholischer Ironie durchsetzten Stil, der Schule machte. Der italienische Regisseur Vittorio de Sica drehte 1948 nach der Romanvorlage den gleichnamigen Film, der wegen seiner lebendigen Erzählweise und sozialen Aussage ohne Sentimentalität zu einem Welterfolg wurde und das internationale Kino der 1950er JahTe entscheidend beeinflusste. Buch und Film gelten als Meisterwerke des italienischen Neorealismus.


Galvani, luigi

GKein Frosch war seines Lebens mehr sicher, als 1791 G.s Abhandlung über die Kräfte der Elektrizität bei der Muskelbewegung erschienen war. Weite Kreise naturphilosophisch interessier- ter Laien und Gelehrter wollten sich nun mit eigenen Augen von der wunderbaren Wiederbelebung präparierter Frosch- .....
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