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Auden, Wystan H - Leben und Biographie



Wystan Hugh Auden zählte in den 1930er Jahren zu den Hauptvertretern der roten Dekade in England. In avantgardistischen Gedichten trat er für radikalen gesellschaftlichen Wandel ein. Einem breiten Publikum wurde er bekannt durch sein religiös grundiertes Spätwerk über die Existenzangst des modernen Menschen.
      Der Sohn eines Arztes und einer Krankenschwester wuchs in Birmingham auf. Während seiner Studienzeit in Oxford entstanden erste Gedichte . IJnler dem Einfluss der Weltwirtschaftskrise und dem erstarkenden Faschismus näherte sich Auden den Kommunisten an. Gemeinsam mit anderen Literaten gründete er die politisch engagierte Gruppe Pylon Poets . Seine inhaltlich von Karl -> Marx und Sigmund --> Freud beeinflussten, in lakonisch-distanziertem Ton gehaltenen Gedichte dieser Zeit waren vielen Lyrikern Vorbild. Weniger erfolgreich blieben dagegen die von Bertolt -^Brecht und dem deutschen Expressionismus geprägten Dramen, die Auden in den 1930er Jahren mit seinem Freund Christopher -^Isherwood schrieb. 1935 heiratete Auden Thomas -> Manns Tochter Erika, damit sie einen britischen Pass erhielt. Im Spanischen Bürgerkrieg engagierte er sich für die Republikaner.
      1939 emigrierte Auden in die USA und arbeitete als Dozent. In den 1940er Jahren brach er mit dem Kommunismus und wandte sich in der Auseinandersetzung mit dem dänischen Philosophen Soren -> Kierkegaard sowie dem evangelischen US-Theologen Reinhold IMiebuhr dem christlichen Glauben zu. Daraus entstand Audens bekannteste Dichtung,

Auden Group
Während des Studiums am Christ Church College in Oxford in den 1930er Jahren gehörte Wystan H. -> Auden zur Gruppe von politisch engagierten Linksintellektuellen, die als Pylon Poets oder Auden Group bekannt wurden. Literarisch beeinflusst von T.S.Eliot, politisch inspiriert vom Marxismus, suchten die Mitglieder nach neuen Ausdrucksformen für ihren sozialistischen Idealismus. In ihren Werken kritisierten sie Fehlentwicklungen in England und forderten eine neue soziale Ordnung. Cecil Day-Lewis : Ein revolutionärer Grundton durchzieht die Werke des angloirisehen Lyrikers [Der Magnetberg, 1933, The Magnetic MountaiN). Nach dem mäßigen Erfolg seines Versdramas Noah und die Fluten wandte sich Day-Lewis aber von der politisch-engagierten
Lyrik ab. Einen eigenen Ton fand seine Dichtkunst erst nach der Loslösung von ideologischen Bindungen. 1951-56 war Day-Lewis Professor für Dichtkunst in Oxford, 1968 wurde er zum Poeta laureatus ernannt.
      Stephen Spender : Mit Die Hochspannungsmasten , The Pylons und Die Landschaft in der Nähe des Flugplatzes war Spender einer der ersten Lyriker, der die Welt der Technik behandelte. In weiteren Werken verarbeitete erauch politisch-moralische Ereignisse wie den Reichstagsbrand oder Kriegsthemen . Unter dem Eindruck des Spanischen Bürgerkriegs sagte sich Spender vom Kommunismus los und wandte sich einem humanitärgeprägten Idealismus zu.

      Das Zeitalter der Angst
Das Hauptwerk von Wystan H. Auden dokumentiert in Form eines lyrischen Versdialogs die Hinwendung des Autors zum Christentum. Im Mittelpunkt steht der Mensch als zugleich gefallenes und freies Wesen. Aus diesem Paradoxon resultiert die existenzielle Angst, die ihn lähmt und von seinen Mitmenschen trennt. Im Vertrauen auf Gottes Liebe und Erbarmen findet Auden einen versöhnlichen Ausklang. Inhalt: Vier Personen suchen an einem Allerseelentag während des Zweiten Weltkriegs in einer New Yorker Bar Zuflucht vor ihrer Einsamkeit. Aus dem Radio dröhnen Nachrichten von den Kriegsschauplätzen. Die vier kommen ins Gespräch, reden aber nicht wirklich miteinander. Jeder ist nur darauf bedacht, von seinen eigenen Sorgen zu berichten, niemand hört wirklich zu. Als die Bar schließt, fahren sie in die Wohnung der Jüdin Rosetta. Eier Soldat Emblem und Ro-setta kommen einander näher, woraufhin sich Quant und Malin, die beiden anderen Besucher, verabschieden. Doch bereits kurz daraufist Emblem eingeschlafen, Rosetta ist enttäuscht, aber auch erleichtert. Quant und Malin tauschen Adressen aus, wissen aber, dass sie einander niemals schreiben werden. Am Schluss steht Malin auf der Manhattan-Brücke und sieht ein, dass er die halbe Nacht sinnlos zerredet hat. Aufbau: Audens im Untertitel »Barocke Ekloge« genanntes Werk ist zweigeteilt: Die äußere Handlung beschreibt der Autor in knapper, präziser Prosa, die eine Art Gerüst bildet für das vielschichtige innere Erleben. Dieses wiederum ist in sechs Abschnitte gegliedert und im reimlosen altenglischen Alliterationsvers gehalten. Die Titel der Teile geben jeweils das sich in Gedanken und Visionen abspielende innere Geschehen wieder. Wirkung: Aus dem Bewusstsein seiner Schuld erwächst für Auden die Angst des Menschen. In seinem Werk schildert er die Brüchigkeit und Heillosigkeit der Welt. Mit seiner Radikalität und der nüchternen Sprache nahm er Einflussauf moderne Autoren wie Erich -> Fried und Ernst -> Jandl. Für Das Zeitalter der Angst erhielt Auden 1948 den Pulitzerpreis.


Salis-sewis, johann gaudenz von

Morgenpsalm Pfeiffer, Johannes. In: Wege zur Dichtung, 1969, S. 67 - 68. Zu singen bei einer Wasserfahrt Pfeiffer, Johannes. In: Die deutsche Lyrik 1, 1975, S. 211 -213. .....
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