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Asturias, Miguel Angel - Leben und Biographie



Miguel Angel Asturias gehört zu den bedeutendsten Vertretern des magischen Realismus, der für die lateinamerikanische Literatur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägend war, und erhielt 1967 den Literaturnobelpreis.
      Asturias' entstammte der Verbindung einer Maya-lndianerin mit einem weißen Juristen. 1923 verließ er erstmals aus politischen Gründen seine Heimat, studierte in Paris Ethnologie und kam in Kontakt mit dem Kreis der Surrealisten. Seine folgenden Lebensjahrzehnte waren geprägt vom Wechsel zwischen Aufenthalten im Exil in Argentinien und Italien und diplomatischen Tätigkeiten für die guatemaltekische Regierung. 196r> gehörte er zu den Mitbegründern des lateinamerikanischen Schriftstellerverbandes. Ab 1966 lebte er in Paris.
      Asturias' Werk bewegt sich zwischen politischer Anklage und Mythos. Auf die Sammlung Legenden aus Guatemala folgten der Diktatorenroman Der Herr Präsident und die Bananentrilogie {Sturm, 1949; Der grüne Papst, 1954; Die Augen der Begrabenen, 1960) über Versuche der politschen und wirtschaftlichen Einflussnahme der USA in Lateinamerika. 1949 erschien der Roman Die Maismenschen, der um die Ãoberlieferung der Maya kreist, dass der Mensch aus Maismehl geschaffen sei. Auch in Eine gewisse Mulattin geht es um eine indianische Legende.
      Die wichtigsten Diktatorenromane
Ramön Mariade Valle-Inclän 1926 Tyrann Banderas: Der fratzenhaft gezeichnete Präsident eines lateinamerikanischen Staats lässt die indianische Bevölkerung ausbeuten und wird bei einem Aufstand erschossen.
      Miguel Angel Asturias 1946 Der Herr Präsident: Aus persönlicher Niedertracht und verletzter Eitelkeit lässt der Diktator eines mittelamerikanischen Landes vermeintliche Gegner foltern und töten.
      Augusto Roa Bastos 1974 Ich der Allmächtige: Ein paraguayischer Diktator des 19. Jahrhunderts mit Bewusstseinsspaltung unterhält sich mit seinem Sekretär über eine anonyme Schmähschrift.
      Alejo Carpentier 1974 Die Methode der Macht: In einer Diktatur mit modemer Fassade und archaischer Wirklichkeit herrscht ein machtbesessener Spießer als »erster Magistrat«.
      Gabriel Gareia Märquez 1975 Der Herbst des Patriarchen: Ein despotischer Herrscher in der Karibik erfährt vor seinem Tod vom Ausverkauf seines Landes ans Ausland; erfüllte Liebe bleibt ihm versagt.
      Mario Vargastlosa 2000 DasFestdesZiegenbocks: Gegenübergestellt wird das Schicksal von Günstlingen, Opfern und Widersachern des Diktators Rafael LeonidasTrujillo, der 1961 nach 30-jähriger Herrschaft über Santo Domingo einem Attentat zum Opfer fiel.
      Der Herr Präsident

In Der Herr Präsident gestaltet Miguel Angel Asturias ein beklemmendes Bild der Terrorherrschaft eines Despoten, unter dessen Knute ein ganzes Land geistig und moralisch verdorrt. Entstehung: Asturias arbeitete an dem Roman 1922-32. Erscheinen konnte er wegen Exil und Zensur erst 1946 in Mexiko. Inhalt: Im Mittelpunkt steht Miguel Cara de Angel, ein Günstling des Präsidenten. Nachdem Oberst Jose Parrales Sonriente, ein enger Vertrauter des Diktators, von dem geisteskranken Bettler Pelele getötet worden ist, erhält Cara de Angel den Auftrag, General Eusebio Canales und Rechtsanwalt Abel Carvajal als Schuldige festnehmen und den wirklichen Täter beseitigen zu lassen. Dies führt zu einer Reihe von Verwicklungen: Ein Bettler, der darauf besteht, dass Pelele der Täter sei, stirbt unter Folter; der gedungene Mörder an Pelele wird verhaftet und gefoltert, sein Freund Genaro, der geplaudert hat, ebenfalls. Dessen Frau ist zum Haus von General Canales gelaufen, um die Familie zu warnen, und wird dort festgenommen; ihr Kind stirbt, da sie ihm keine Milch geben kann, sie selbst wird gefoltert, ins Bordell verschleppt und verfällt dem Wahsinn.
      Der Plan Cara de Angels, Canales durch Hinweis auf die gegen ihn erhobene Anschuldigung zur Flucht zu bewegen und dann auf der Flucht festnehmen zu lassen, scheitert: Dem General gelingt es tatsächlich zu entkommen. Auf dem Weg über die Grenze beschließt er, vom Ausland aus gegen den Präsidenten zu revoltieren, doch stirbt er, bevor er sein Vorhaben in die Tat umsetzen kann. Carvajal wird inhaftiert und auf Betreiben des Kriegsrichters hingerichtet. Cara de Angel hat sich der Tochter des Generals, Camila, angenommen, da ihre Onkel nicht bereit sind, sie bei sich aufzunehmen. Er verliebt sich in sie und heiratet sie. Damit verliert er die Gunst des Präsidenten, wird unter einem Vorwand ins Ausland geschickt, auf der Reise als »flüchtig« verhaftet und unter schlimmsten Bedingungen eingekerkert.
      Während Camila in Ungewissheit über sein Schicksal bleibt, wird ihm die falsche Nachricht überbracht, seine Frau sei Konkubine des Präsidenten geworden, woran er zu Grunde geht. Struktur: Asturias orientiert sich an Vorkommnissen während der Herrschaft von Präsident Manuel Estrada Cabrera über Guatemela , gestaltet dabei aber das Bild einer Diktatur, die überall sein könnte. Der Präsident tritt als Figur selten auf, und doch beherrscht er mit Terror und einer allgegenwärtigen Geheimpolizei das Geschehen. Unter seiner Despotie erscheinen nicht nur die Verhaltensweisen seiner Entourage aus Schmeichlern und Denunzianten abnorm, alle menschlichen Beziehungen sind durch die ständige Angst und Bedrohung pervertiert. Seine Wirkung entfaltet das Buch durch eine Sprache, in der die Banalität des Bösen zum Ausdruck kommt, sowie durch groteske Verzerrungen bei der Figurengestaltung. Selbst der Leser scheint sich der Macht des Präsidenten nicht entziehen zu können. Wirkung: Der Herr Pras/denf wurde zum Vorbild für viele Diktatorenromane lateinamerikanischer Autoren. Obwohl 1952 mit dem Internationalen Romanpreis bedacht, wurde das Buch in Europa nur zögernd rezipiert. Erst mit der Verleihung des Literaturnobelpreises 1967 fand es in Europa gebührende Beachtung.


Angeln

Mit dem ersten Besuch in Angeln hatte es eine seltsame Bewandtnis. Er führte den vierjährigen Knaben in einen kleinen Ort mit dem Namen Pottloch. Dies fand er um so lustiger, als die Reise dorthin ebenfalls mit einem Loch und einem Pott zusammenhing. Das Loch befand sich in seinem Rücken und war ent .....
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Angelus silesius (d.i. johannes scheffler)

Datum der Taufe 23. 12. 1624 in Breslau; gest. 9. 7. 167J in Breslau Johannes A.S., so nannte sich Johannes Scheffler, der Sohn eines nach Breslau übergesiedelten polnischen Adeligen und einer Schlesierin, nach seiner Konversion zum Katholizismus am 12. Juni 1653. Der öffentlich vollzogene Konfessi .....
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Angelus silesius

Die Psyche begehrt ein Bienelein auf den Wunden Jesu zu seyn Gnädinger, Louise. In: Deutsche Barocklyrik, 1973, S. 97- 133. .....
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Sommer, angela

Der Maulwurf Rüter, Hubert. In: Lyrische Labyrinthe, 1995, S. 46 - 48. .....
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Tsakiridis, vangelis

Untersuchungen und Feststellungen über das Leben des Dichters aus dem siebzehnten Jahrhundert Kopplin, Wolfgang. In: Beispiele, 1969, S. 96 - 99. .....
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Der schreibrausch als wunder und als nüchterne angelegenheit

Wie Kafka kennen viele Schriftsteller den wunderbaren Schreibrausch. Wer ihn erlebt hat, hofft dringend auf Wiederholung. Die fast geisterhaft rasche Entstehung von Werken wie bei Kafka oder mehr noch bei Karl May oder Georges Simenon inspirierte selbst zu abenteuerlichen Geschichten und zu vielen F .....
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Angelika mechtel ein kleiner tag

Die Betrachtung der Erzählung soll in zwei Teilen erfolgen: I. Hinweise zum Verständnis der Erzählung, II. Hinweise zur Behandlung der Erzählung im Unterricht. I. Hinweise zum Verständnis der Erzählung 1. Wegen der ungewöhnlichen Form der Erzählung ist es angebracht, zunächst die story herauszuar .....
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Eßer, angela

Biografie: *1 in Krefeld. A. Eßer studierte Theaterwissenschaft und war als Pädagogische Mitarbeiterin bei der Volkshochschule München und am Theater tätig. Sie lebt jetzt mit ihrer Familie in der Nähe von Augsburg und hält Vorträge und Kurse zur Geschichte der Kriminalliteratur. Krim.-Erz.: 2001 K .....
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Koch, angelika

Biografie: *1 in Wiedenbrück. A. Koch studierte nach einer abgebrochenen kaufmännischen Lehre Soziologie, Philosophie und Allgemeine Sprachwissenschaft in Münster. Sie arbeitete zehn Jahre als freiberufliche Redakteurin im Lexikon-Verlag der Bertelsmann AG. 1988 zog sie in die Eifel in eine Landkomm .....
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Preusser, angelika

Biografie: *8.1.1 in Borgholzhausen. A. Preusser ist gelernte Arzthelferin. 1982 begann sie mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, anschließend verfasste sie zunächst Krimi-Kurzgeschichten und dann auch Kriminalromane. Kriminalromane: 1999 Gemischtes Doppel, first minute Taschenbücher Alexander Ric .....
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Schröder, angelika

Biografie: *20.2.1 in Herford. A. Schröder studierte in Siegen Pädagogik, anschließend in Köln und München Völkerkunde. Während ihrer Aufenthalte in Asien verfasste sie Reiseberichte für verschiedene Zeitungen. Nach einem Umweg über das Sauerland lebt sie heute in Hagen, arbeitet hauptberuflich als .....
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In einer deutschen angelegenheit

Hiermit empfehle ich der Aufmerksamkeit aller Leser die Mai-Nummer der Zeitschrift >Der MonatIm Labyrinth der SchuldMonat< kaufen noch diesen meinen Artikel weiterlesen; sie haben sich schon angenehmeren Themen zugewandt - und alle, ausnahmslos alle, sind angenehmer. Sogar Stalingrad. Da kann noch, .....
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Asturias,  Miguel  Angel    


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