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Arendt, Hannah - Leben und Biographie



Sie wolle nicht wirken, sondern verstehen, äußerte Hannah Arendt 1964 in einem Gespräch mit dem Journalisten Günter Gaus. Dennoch war sie keineswegs nur eine politische Philosophin, sondern auch Prototyp einer engagierten und couragierten Intellektuellen.
      Hannah Arendt studierte nach der Schulzeit Philosophie, protestantische Theologie und griechische Philologie; zu ihren Lehrern zählten Edmund Husserl , Karl ^Jaspers und Martin -> Heidegger, mit dem sie eine unglückliche Liebesaffäre verband.
      Ab 1929 mit Günter Stern verheiratet, emigrierte sie 1933 nach Paris. Dort engagierte sie sich für eine Gruppe, diejüdische Kinder aus Zentraleuropa nach Palästina brachte. 1936 begegnete sie ihrem zweiten Mann, Heinrich Blücher. Ab 1941 in New York, war sie zunächst als Lektorin tätig, dann Gastprofessorin an verschiedenen Universitäten, bis sie 1963 einen eigenen Lehrstuhl erhielt.

      Eichmann in Jerusalem
Selten hat eine Schrift so viel Aufsehen erregt, ihrem Autor so viele Schlagzeilen und persönliche Angriffe eingetragen wie Eichmann in Jerusalem. Es war, wie Hannah Arendt später an Karl — Jaspers schrieb, als wäre sie »in einen Hinterhalt geraten«. Dass der Name Eichmann zum Inbegriff des Verwaltungsmassenmörders wurde, geht auf ihre Veröffentlichung zurück.
      Entstehung: Arendt ging 1961 auf eigenen Wunsch als Gerichtsreporterin nach Jerusalem, um den Eichmann-Prozess zu verfolgen. Als Gesellschafttheo-retikerin und Ãœberlebende des Holocaust fühlte sie sich verpflichtet, einem »dieser Leute«, die sie »noch nie leibhaftig gesehen« hatte, gegenüberzutreten. Mit dem Studium der Person Adolf Eichmann wollte sie »dem totalen moralischen Kollaps, den die Nazis in einer respektablen europäischen Gesellschaft herbeigeführt hatten«, auf den Grund gehen. Das Resultat dieser Bemühungen erschien zunächst als fünfteilige Serie im New Yorker, kurz darauf als Buch mit dem Untertitel EinBe-rich t von der Banalita t des Bösen.
      Die wichtigsten Bücher von Hannah Arendt
Was ist Existenzphilosophie?, 1946 Essay über die Wurzeln der Existenzphilosophie, über Soren Kierkegaard, Martin Heideggerund Karl Jaspers.
      Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, 1951 Hannah Arendts politisch-philosophisches Hauptwerk über Theorie und Geschichte desTotalitarismus mit den Teilen I. Antisemitismus,

II.

Imperialismus, I

II.

Totalitäre Bewegung und totale Herrschaft.
      Vita activa oder Vom tätigen Leben, 1958 Ãœber den Menschen in der Moderne, hervorgegangen aus Vorlesungen der Autorin an der Universität von Chicago.
      Rahel Varnhagen 1958 tebensgeschichte einer emanzipierten deutschen Jüdin aus der Romantik. Das Buch war bis auf die letzten Seiten fertig, als Hannah Arendt Deutschland 1933 verlassen musste.
      Zwischen Vergangenheit und Zukunft 1961 »Ãœbungen im politischen Denken« werden die Essays im Untertitel genannt. Die drei Teile behandeln die philosophische Tradition, politische Grundbegriffe und Fragen der Gegenwart.
      Eichmann in Jerusalem, 1963 Ein Bericht von der Banalität des Bösen: Geschildert wird der Eichmann-Prozess 1963 in Jerusalem.
      Ober die Revolution 1963 Eine breit angelegte Untersuchung über den Ursprung und den Sinn von Revolutionen.
      Macht und Gewalt 1970 Analyse zweier Schlüsselbegriffe am Beispiel des Vietnamkriegs, der Rassenkonflikte und der Studentenrevolte.
      Vom Leben des Geistes 1977-82 Unvollendetes, postum erschienenes Werk über die dreigeteilte Tätigkeit des Geistes. Bd. 1: Das Denken, Bd. 2: Das Wollen und Bd.3:DosUrte/7en.
      Struktur: Der Bericht stützt sich vor allem auf Prozessmaterial, das den Pressevertretern in Jerusalem ausgehändigt wurde. Wichtigstes Dokument ist das polizeiliche Protokoll des Verhörs, das aufgenommen und Eichmann zur handschriftlichen Korrektur vorgelegt worden war. Ergänzt wird es durch Dokumente der Anklage, die eidesstattlichen Erklärungen von 16 Entlastungszeugen und 70 Schreibmaschinenseiten, auf denen Eichmann Notizen über »die Maßnahmen« zur »Lösung der Juden frage« machte. Das Buch, unterteilt in 15 Kapitel, folgt dem Verhandlungsverlauf. Inhalt: Die These von der »Banalität des Bösen« taucht im Bericht nur ein einziges Mal auf, ist jedoch immer präsent. Arendt äußert ihr Erstaunen über die Dümmlichkeit und Mediokrität des Angeklagten. Eichmann war »nicht Jago und nicht Macbeth, und nichts hätte ihm ferner gelegen, als mit Richard 111. zu beschließen, >ein Bösewicht zu werdem. Außer einer ganz ungewöhnlichen Beflissenheit, alles zu tun, was seinem Eortkommen dienlich sein könnte, hatte er überhaupt keine Motive.«
Präzise verzeichnet Arendt die »schreckliche und erschreckende« Normalität dieses Verwaltungsmassenmörders, das Missverhältnis zwischen der Trivialität der Motive und Grauenhaf-tigkeit seines Handelns, die mitunter geradezu komische Unfähigkeit Eichmanns, ein Bewusst-sein seiner Situation und seiner Taten zu entwickeln. Der Funktionär und Technokrat ist für Arendt der Prototyp einer völlig neuartigen Erscheinung des Bösen, vor der »das Wort versagt und das Denken scheitert«. Das gilt auch für das Gericht: Wie kann es einen Angeklagten als Urteils- und schuldfähige Person behandeln, wenn ihr die Grundlage aller Schuldfähigkeit, nämlich Unrechtsbewusstsein, in einem so eklatanten Maß fehlt? Wirkung: Wegen der Forderung, dem Angeklagten trotz seiner Verbrechen gerecht zu werden, deT Kritik am Staatsanwalt sowie einiger Bemerkungen zur Rolle der Judenräte bei der Lagerverwaltung und der Deportation wurde Arendt von allen Seiten heftig attackiert -auch in Deutschland. Sie hatte von der Beteiligung der Bevölkerung und ihrer Elite gesprochen und auf die Tatsache hingewiesen, dass für den nationalkonservativen Widerstand des 20. Juli die Vernichtung der Juden als Handlungsmotiv keine Rollespielte. Die öffentliche Auseinandersetzung war eine Mischung aus »organisierter Kampagne« -so Arendt in der Vorrede zur Buchausgabe - und engagierter Empörung. Viele Vorwürfe wie jene, sie habe Eichmanns Verhalten »entschuldigt« oder die Juden »verurteilt«, waren ungerechtfertigt. Ein Großteil der Debatte drehte sich tatsächlich um »ein Buch, das niemals geschrieben worden ist« . Erst 2000 erschien Eichmann in Jerusalem in hebräischer Ãœbersetzung.


Erich arendt (i903-i984)

I. 'So fand auch Erich Arendt zum erstenmal im Leben sein Vaterland: in unserer jungen Republik, die ihn ehrte und die noch viel von ihm erhofft." Mit diesen Worten endet ein Beitrag zum Nationalpreis III. Klasse. Es ist das dritte Jahr der DDR. Erst zwei Jahre zuvor war Arendt aus dem Exil zurück .....
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Arendt, erich

Als A. als schon alter Mann einmal darüber nachdachte, wie eine Sammlung seiner Lieblingsgedichte aussehen könne, da war er sich dessen sicher, daß in ihr ein Schlachtgedicht von August Stramm und Johann Wolfgang von Goethes Willkommen und Abschied stehen müßten. Damit sind Energien bezeichnet, die .....
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Arendt, erich

aber-und-aber-mundig Domdey, Horst. In: Erich Arendt. 1984, S. 82 - 89. Aus dem Schweigen De Nil, Lieve. In: Lesen, 1986, S. 51 - 61. Danach ... Bück, Theo. In: Celan-Jb 4, 1991, S. 151 - 184. Der Tänzer Naaijkens, Ton. In: Erich Arendt, 1984, S. 123 - 133. Die Schrecken des .....
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Arendt, hannah

Die Sprache ihrer philosophischen und poetischen Heimat blieb Deutsch. Französisch war die Sprache des ersten Exils wie später Englisch die ihrer zweiten Staatsbürgerschaft, während sie die Werke ihrer politischen Philosophen im griechischen und lateinischen Original las. Bereits ihre Sprachenviel-t .....
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