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Antunes, Antonio Lobo - Leben und Biographie



Antonio Lobo Antunes, dessen Werk in alle Weltsprachen übersetzt worden ist, gilt neben Literaturnobelpreisträger Jose -> Saramago als wichtigster zeitgenössischer Autor Portugals.
      Der Arztsohn entstammt der portugiesischen Aristokratie. Sein Großvater war ein brasilianischer Kautschukhändler, seine Großmutter kam aus Deutschland. Antunes studierte Medizin und wurde anschließend zum Chirurgen ausgebildet. Während seines vierjährigen Militärdienstes in der damaligen portugiesischen Kolonie Angola 1968-72 wurde er als Psychiater zwangsverpflichtet. Nach seiner Heimkehr leitete er bis 1985 eine psychiatrische Klinik in Lissabon. Ãober die Beschäftigung mit Faschismus und Spätkolonialismus fand Antunes zur Kommunistischen Partei Portugals, während der Salazar-Diktatur wurde er zweimal verhaftet.
      Gleich mit seinem ersten, autobiografisch geprägten Roman Der Judaskuss , einem Monolog über die Grauen des Kolonialkriegs in Angola, gelang Antunes der literarische Durchbruch. Für Reigen derVerdammten erhielt er 1985 den Preis des Portugiesischen Schriftstellerverbands. 1992 erschien Die natürliche Ordnung der Dinge. Als erster Teil einer »Tetralogie der Macht« erschien 1996 der von der Kritik gefeierte Roman Das Handbuch der Inquisitoren. Im selben Jahr wurde Der Tod des Carlos Gardel in Frankreich zum besten ausländischen Roman gewählt.
      Das Handbuch der Inquisitoren
Im ersten Teil seiner »Tetralogie der Macht« schildert Antonio Lobo Antunes die Nachwirkungen der jüngeren Geschichte Portugals auf die neue Gesellschaft.
      Inhalt: Die Handlung spielt kurz vor und nach der »Nelkenrevolution« 1974, durch die das Sa-lazar-Regime gestürzt wurde. Das ehemals stattliche Landgut des Ex-Ministers Francisco ist verfallen. Der stolze Besitzer, den seine Untergebenen »Herr Doktor« nannten, dämmert nach einem Schlaganfall in einem Altersheim vor sich hin. Zu Zeiten der Salazar-Diktatur empfing er Politiker und Offiziere, als rechte Hand des Generals konnte er selbstherrlich verhaften, schikanieren oder begnadigen lassen. Jetzt ist er ein weltfremder, einsamer Narr geworden, den sein Pfleger wie ein Kind behandelt. Während Francisco noch gegen die neue Zeit wütet, planen aalglatte Geschäftsleute und clevere Opportunisten bereits Portugals strahlende Zukunft, die ihr Bankkonto füllen soll. Aufbau: Im Buch kommen 18 Personen zu Wort, die unter dem Minister zu leiden hatten: u.a. sein Sohn, den der Vater für einen Trottel hält, der Chauffeur, die Köchin, der er die gemeinsame Tochter wegnahm, und das Dienstmädchen, das er vergewaltigte. Gegenüber einem anonymen Interviewer berichten die Personen - unerbittlich wie Inquisitoren und präzise wie Zeugen einer Gerichtsverhandlung -von ihren unbewältigten Erinnerungen. Die fragmentarischen Monologe werden unterbrochen von Bemerkungen und Einwänden des »Herrn Doktor«, der nicht begreifen kann, dass seine Zeit abgelaufen ist.
      Das Landgut ist ein Mikrokosmos der Gesellschaft. Es zeigt den Alltag in der Diktatur, ein Leben voller Rechtlosigkeit und Willkür. Der Auflösung der alten Ordnung entspricht literarisch die Abkehr von der chronologischen Erzählstruktur. Vergangenheit und Gegenwart fließen ineinander, das Geschehen ist nur durch die Aussagen der Figuren rekonstruierbar, die sich zum Teil sogar widersprechen. Wie in vielen Antunes-Romanen bestimmen leitmotivisch wiederholte Sätze den Erzählrhythmus. Aus der angelsächsischen Literatur hat er die Technik des Bewusstseinsstroms entlehnt, bei der die Gedanken von literarischen Figuren assoziativ frei fließend dargestellt werden. Die Figuren bleiben dabei in ihrer Orientierungslosigkeit gefangen. Geschichte existiert für Antunes nur als subjektive Erinnerung in den Köpfen der Figuren. Die Frage nach der Wahrheit bleibt dem Leser überlassen. Wirkung: Der Roman wurde als »grandioses Welttheater« voll »ungeheurer sprachlicher Kraft« gerühmt. Die Werke von Antunes seien »die besten Portugal-Geschichtsbücher, die es gibt« , seine Untergangsszenarien beleuchteten »ein Größeres, das Menschen und Welt umschließt« .


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