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Amundsen, Roald - Leben und Biographie



Der Sieg im dramatischen Wettrennen um die Eroberung des Südpols machte Roald Amundsen 1911/12 weltweit bekannt. Das tragische Ende seines unterlegenen englischen Konkurrenten Robert Scott im Eis der Antarktis trug dem Ereignis eine Aufmerksamkeit ein, die in der Geschichte der Entdeckungen ohnegleichen blieb.
      Amundsen, Sohn eines geschäftstüchtigen Reeders, begeisterte sich schon als Kind für die
Seefahrt und abenteuerliche Entdeckungsreisen. Ein auf Drängen der Eltern begonnenes Studium brach er ab, verdingte sich als Matrose auf einem Frachtschiff und sammelte Erfahrungen als Seefahrer. Nachdem er 1897 an einer belgischen Expedition in die Antarktis teilgenommen hatte, machte er sein Kapitänspatent und legte sich sein erstes eigenes Schiff zu, einen leichten Heringsfänger. Zwischen 1903 und 1906 gelang ihm ein spektakulärer Erfolg: die erstmalige komplette Durchfahrt der Nordwest-Passage, des Seewegs im Norden Amerikas, der Atlantik und Pazifik miteinander verbindet.
      Amundsens nächstes Ziel war der damals noch unbezwungene Nordpol. Während der Vorbereitungen auf die Expedition traf jedoch 1909 die Nachricht ein, dass der Amerikaner Robert Peary den nördlichsten Punkt der Erde erreicht habe. Amundsen orientierte sich umgehend neu und machte sich gen Antarktis auf. Am 14. Dezember 1911 hisste er die norwegische Fahne am Südpol. Sein Ruhm ging um die Welt. Auf dem Rückweg entdeckte er die Köni-gin-Maud-Kette.
      Zwischen 1918 und 1920 bezwang Amundsen als Zweiter nach Adolf Erik Freiherr von INordenskiöld die Nordostpassage mit dem Schiff »Maud«. Anfang der 1920er Jahre unternahm er aufwendige Expeditionen ins nördliche Eismeer. 1925 überflog er den Nordpol mit einem Luftschiff. Das große öffentliche Interesse fanden diese Aktivitäten jedoch nicht mehr. Bei einer Suchaktion nach der Mannschaft eines verunglückten Luftschiffs kam Amundsen selbst ums Leben: Das Flugzeug, in dem er saß, stürzte in die Barentssee und wurde nie gefunden.

      Die Eroberung des Südpols
Die Eroberung des Südpols, Amundsens Bericht über seine erfolgreiche Expedition zum südlichsten Punkt der Erde, war einer der großen Bestseller seiner Zeit. Das spektakuläre Wettrennen zum letzten unerreichten Flecken der Erde faszinierte die Ã-ffentlichkeit wie kein anderes Thema. So war es nicht verwunderlich, dass sich das neugierige und wissensdurstige Publikum auf ein Buch stürzte, das aus des Helden Feder selbst stammte und Einblicke in eine unbekannte Erde bot. Die erstaunliche Tatsache, dass die deutsche Ãobersetzung des fast 1000 Seiten starken Werkes bereits vorlag, als sich das Erreichen des Südpols zum ersten Mal jährte, mag verdeutlichen, wie begehrt Amund-sens Erlebnis-, Reise- und Forschungsbericht war.
      Inhalt: In sechs der 14 Hauptkapitel des Buches liefert Amundsen die eigentliche Chronik der Eroberung des Südpols von der Abreise aus Norwegen am 9.8.1910 bis zur Heimkehr in die bewohnte Welt am 7.2. 1912 in Tasmanien. 19 Mann, 91 Schlittenhunde und ein zerlegbares Fertighaus waren an Bord, als die berühmte »Fram« in See stach. Angeblich, um Forschungen im Nordpolarmeer zu treiben, üass das eigentliche Ziel der Südpol war, wussten zunächst nur wenige Vertraute des Expeditionsleiters. Erst während eines Aufenthalts auf Madeira teilte Amundsen der Mannschaft mit, wohin die Reise ging. Am 14.1.1911 war das erste Ziel erreicht, die Fram ging in der Wal-fischbucht des Rossmeeres vor Anker, wo bei Temperaturen um - Grad Celsius der antarktische Hochsommer herrschte.
      Vor dem Sturm zum Pol stand eine Ãoberwinterung an. Akribisch vorbereitet, richtete sich die Crew im Eis ein und baute als Basisstation »Framheim« auf. Zehn Monate lang bereitete Amundsen seine Leute in dieser unwirtlichen Umgebung auf das Bevorstehende mit Härte und beispielgebender Disziplin vor. Am 20.10.1911 brach er mit vier Auserwählten, 54 Hunden und vier Schlitten zur entscheidenden Etappe auf. In vier Tagen überwanden sie die Gletscher des Küstengürtels und erreichten das zentrale Hochplateau der Antarktis. Ein sieben Wochen dauernder Marsch durch weiße Einöde brachte sie plangemäß ans Ziel. Der von ihnen als Südpol errechnete Punkt wurde am 15.12.1911 erreicht, Nachmessungen führten sie in den nächsten Tagen einige Kilometer weiter südlich. Sie hissten die norwegische Fahne und bauten ein Zelt auf, das sie mit Grüßen für die nach ihnen Kommenden zurückließen. Der Rückmarsch gelang noch schneller, sodass sie schon am 22.1.1912 wieder am Ankerplatz der »Fram« waren.
      Amundsens Bericht lässt die großen Entbehrungen und außerordentlichen Mühen während der Expedition nur selten durchscheinen. Sehr sachlich schildert er eine der größten Leistungen in der Geschichte der Expeditionen. Die Schilderungen des wenig Spektakulären, etwa des gar nicht abenteuerlichen Zusammenlebens der Menschen und Hunde für Monate auf engsten Raum bei - Grad Celsius oder auch unscheinbarer, aber sehr interessanter Naturerscheinungen nehmen einen Großteil des Buches ein und heben es aus der Phalanx aufgeregter Abenteuerliteratur deutlich hervor. Aufbau: Im Gegensatz zu zahlreichen späteren Ausgaben, die sich auf die Wiedergabe jener Kapitel beschränkten, in denen die Fahrt in die Antarktis und der Marsch zum Südpol von
Amundsen geschildert werden, umfasste die Originalausgabe von 1912 auch Abhandlungen von anderer Hand, in denen wissenschaftliche Aspekte der Expedition im Vordergrund standen. Meteorologische und geologische Beobachtungen wurden vorgestellt, ozeanografi-sche Untersuchungen ausgebreitet, nautische Besonderheiten erläutert. Amundsen selbst stellte seinem Bericht ein umfangreiches Kapitel über die Geschichte der Südpolarforschung


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Amundsen,  Roald    


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