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Alain-Fournier, Henri - Leben und Biographie



frz. Schriftsteller_________

*3.10.1886 La Chapelle d'Angillon bei Bourges________
122.9.1914Saint-Remy bei LesEparges_____________n Der große Meaulnes, 1

  
   Henri Alain-Fournier gelangte durch seinen einzigen vollendeten, unter dem Einfluss des Symbolismus entstandenen Roman Der große Meoiv/nes zu Ruhm.
      Der Sohn eines Volksschullehrers besuchte zunächst die Handelsmarineschule in Brest, brach aber die Ausbildung ab. In Paris ging er auf das Lycee Lacanal, wo ihn sein späterer Schwager, der rührige Publizist Jacques Riviere, in symbolistische Zirkel einführte. 1905 nahm er eine Volontärsstelle in London an. Dort begeisterte er sich für die zeitgenössische englische Literatur, vor allem für das Werk von Thomas -> Hardy und Robert Louis -> Stevenson. Wieder in Paris, arbeitete Alain-Fournier ab 1909 als Literaturkritiker und lernte Andre -» Gide und Paul Claudel kennen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er eingezogen und fiel im Wald von Saint-Remy. Biografie: E. Schoen, JugendbildnisAlain-Fournier, 1954.

      Der große Meaulnes________
OTLegrand Meaulnes OA 1913 DE1 Form Roman Epoche Moderne
Alain-Fournier bereitete mit Der große Meaulnes den Weg für den modernen, psychologischen Roman. Der fließende Wechsel zwischen Wirklichkeit und Traum, Realität und Irrealität, Erdachtem und Erlebtem, entstanden aus der Sehnsucht nach Liebe, Glück und Geborgenheit, führt den Leser in eine Welt voller Symbole und Bilder, eine Welt des kindlichen Staunens. Inhalt: Francois Seurel findet in dem 17-jährigen Augustin Meaulnes den lang ersehnten Freund. Doch bald darauf verschwindet Augustin spurlos und kehrt erst nach Tagen zurück. Er berichtet Francois seine wundersamen Erlebnisse: Nach einer Irrfahrt mit der Kutsche der Seurels findet sich Augustin in einem geheimnisvollen Schloss wieder, wo eine Hochzeit gefeiert werden soll. Doch der junge Schlossherr Frantz de Galais wartet vergebens auf seine Braut Valentine. Bevor das Fest abgebrochen wird, lernt Augustin Yvonne, die Schwester des Bräutigams, kennen und verliebt sich in sie. Nach Hause zurückgekehrt, kann er sich nicht mehr an den Weg zum Schloss erinnern. Vergeblich sucht Augustin mit Francois' Unterstützung den mysteriösen Ort, den sie »das verlorene Land« nennen.
      Eines Tages begegnen Augustin und Francois zufällig Frantz, der immer noch seine Braut sucht. Aber er kann Augustin sagen, wo sich Yvonne aufhält. Im Gegenzug muss er versprechen, Frantz bei der Suche nach Valentine zu helfen, wenn dieser es verlangt. Als er Yvonne findet, erkennt er, dass sein »Traum« Realität war. Obgleich des mythischen Zaubers der ersten Begegnung beraubt, heiratet Augustin Yvonne. In der Hochzeitsnacht muss er jedoch sein Versprechen, das er Frantz gegeben hatte, einlösen. Yvonne, inzwischen schwanger, stirbt kurze Zeit nach der Geburt, ohne ihren Mann wiedergesehen zu haben. Augustin kehrt noch einmal in das Schloss zurück, um seine Tochter von Francois entgegenzunehmen und dann mit ihr in die Welt zu ziehen.
      Aufbau: Die Geschichte um das wundersame Abenteuer des großen Meaulnes wechselt von der Perspektive des Ich-Erzählers Francois Seurel in die Perspektive eines allwissenden Erzählers, der die Erlebnisse von Meaulnes schildert. Mit diesem Kunstgriff ist der Leser unmittelbar am Geschehen beteiligt und erlebt mit der Figur das Fest. Derselbe Perspektivenwechsel wird noch einmal am Ende des Buchs angewandt: Ein Erzähler fasst die Geschehnisse der Hochzeitsnacht zusammen. Durch die verschiedenen Erzählhaltungen stellt der Autor einen effektvollen Spannungsbogen zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Wiedergabe her. Wirkung: Als der Roman kurz nach seinem Erscheinen für den Prix Goncourt vorgeschlagen wurde, erklärte Alain-Fournier, ihm sei es lieber, wenn der Roman gelesen werde. Doch die Suche eines jungen Mannes nach der Traumwelt seiner Jugend konnte die Zeitgenossen nicht begeistern. Zu sehr standen sie unter dem Einfluss des drohenden Kriegs, als dass sie sich auf eine irreal anmutende Welt einlassen wollten. Erst nach 1920 faszinierte die deutliche Bildersprache die Leser.
     
Hauptfiguren in »Der große Meaulnes« von Henri Alain-Fournier
Augustin Meaulnes: Der Internatsschüler ist älter als seine Mitschüler und von kräftiger Gestalt. Deshalb übernimmt er schnell die Anführer- und Beschützerrolle und bekommt den Spitznamen »Der große Meaulnes«. Der Fantasiebegabte ist auch für das Außergewöhnliche offen: Neugierig nimmt er an dem fremden Fest teil, dem die leidenschaftliche Suche nach seiner »Traum«-Frau und dem Glücksschloss folgt. Francois Seurel: Sohn eines Lehrers, später selbst Volkssehullehrer. Der schwächliche Junge kann wegen eines Hüftleidens nicht mit anderen spielen und hat keine Freundeaußer Augustin, an dessen Leben er starken Anteil nimmt. Seurel beteiligt sich an der Suche nach Yvonne und dem Schloss. Er kümmert sich auch während Augustins Abwesenheit um dessen Frau und Kind. Frantz de Galais: Der junge Adlige, zur großen Liebe fähig, ist nach geplatzter Hochzeit auf der Suche nach seiner Braut, die ihn sitzen ließ.
      Yvonne de Galais: Die Schwester von Frantz und spätere Ehefrau Augustins wird von diesem erst für eine exzentrische Schauspielerin gehalten. Als er sie verlässt, stirbt sie vor Kummer.
     


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