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Aitmatow, Tschingis - Leben und Biographie



kirgis.-russ. Schriftsteller, * 12.12.1928 Scheker $ Dshamilja, 1

  
   Tschingis Aitmatow, der ab 1958 in der UdSSR hoch anerkannt war , hat außerhalb Kirgisiens und des riesigen postsowjetischen Gebiets die größte Lesergemeinde in Deutschland. In seiner Literatur finden Dramen und Tragödien des kirgisischen Volkes und der gesamten Menschheit, der modernen Zivilisation und ihrer Süchte, der Religion und der bedrohten Lebensgrundlagen der Welt ihren Ausdruck, stets unter der Perspektive einer menschenwürdigen Kultur.
      Aitmatow, der seit 1951 journalistisch arbeitet, war 1956-58 Absolvent des Moskauer
Gorki-lnstituts für Literatur. 1957 wurde er in den sowjetischen Schriftstellerverband aufgenommen, 1984 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Künste in Paris. Für die UdSSR und Kirgisien war er als Botschafter tätig. Unter Michael Gorbatschows war er Mitglied des Präsidialrats und des Obersten Sowjets sowie Volksdeputierter. 1994 erhielt Aitmatow den Ã-sterreichischen Staatspreis, 1998 den Aleksandr-Men-Preis »Für die Ã-kumene der Kulturen«.
      Biografie: N. Franz/B. Chlebnikow, Tschingis Aitmatov, 1993.

      Dshamilja
OTDzamilja OA1 DE1962 Form Erzählung Epoche Moderne
In seiner frühen Erzählung Dshamilja, die Louis -»Aragon in seinem Vorwort zur französischen Ausgabe als »schönste Liebesgeschichte der Welt« bezeichnet, veranschaulicht Tschingis Aitmatow die Spannung zwischen mittelasiatischer Tradition und europäisch-kommunistischem Fortschritt. Zum Werk von dichterischem Rang wird die anekdotische Erzählung, die Aitmatow am Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau als Diplomarbeit schrieb, durch lyrische Elemente. Die Naturschilderungen faszinieren ebenso wie die Darstellung von orientalischtraditionellen und modernen Lebensformen. Inhalt: Dshamilja ist eine Liebesgeschichte in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in einem kleinen Aul in Kirgisien. Der 15-jährige Said erzählt die Geschichte seiner jungen, verheirateten Schwägerin Dshamilja und des früheren Soldaten Danijar. Während der ungeliebte Ehemann Sadyk in der Sowjetarmee dient, lernt die selbstbewusste Dshamilja den scheuen, träumerischen Frontheimkehrer Danijar kennen und lieben. Der junge Said erzählt mit den Augen eines Kindes, das noch nichts von der Liebe weiß, das aber zu verstehen beginnt, was die beiden verbindet. Aus Liebe zu Danijar sagt Dshamilja sich von ihrem Heimatort los und zieht mit ihm in die Ferne. Said versteht als Einziger das verfemte Paar. Dessen Liebe ist für ihn ein Gefühl, das er nur durch Zeichnen ausdrücken kann. Said fertigt am Tag des Abschieds ein Bild an, das ihn an die beiden erinnert. Auch er verlässt das Dorf, um die Kunstschule zu besuchen und findet seine Berufungin der Malerei.
      Wirkung: Dshamilja wurde von der Kritik begeistert aufgenommen und gehört zu den meistübersetzten Werken der Sowjetliteratur. Die Novelle ist mehrfach verfilmt worden .


 Tags:
Aitmatow,  Tschingis    


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