Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Analyse literarischer Institutionen
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Analyse literarischer Institutionen



ANALYSE literarischer Institutionen
Die Fähigkeit, Texte im Rahmen ihrer jeweiligen Gattung genau zu le
sen und literaturwissenschaftlichen Standards entsprechend zu interpretieren, sowie die Fähigkeit, diese Texte in Bezug zu anderen Texten und Texttraditionen, Medien, zum historischen Kontext usw. zu setzen, knüpft in der Regel an da
Institutionen machen Literatur
In der ZDF-Sendung «Das literarische Quartett» bedachte Anfang Oktober 1991 Marcel Reich-Ranicki Die folgende Geschichte von Cees Noote-boom (geb. 1933) mit einer kaum zu übertreffenden Lobeshymne: «Es hat mich tief beeindruckt und ich bedauere es außerordentlich, daß ich die bisherigen Bücher von
Wissenschaftsauffassungen
Die hier zu vermittelnden Analysefähigkeiten richten sich somit nicht auf die Frage: «Was soll dieser Text bedeuten? Wie ist er zu lesen?», sondern auf Fragen der Art: «Wie wird dieser Text gelesen? Warum wird er so gelesen?» Der Fokus wird damit nicht auf die Texte selber, sondern auf das Handeln m
Das literarische Feld
Die Bedeutung dieser allgemeinen Prämissen sollen nun anhand eines Theoretikers verdeutlicht werden, der in der skizzierten Wissenschaftstradition gearbeitet hat: Es geht um den vielbeachteten französischen Soziologen Pierre Bourdieu. Auf der Grundlage des Konzepts der Ausdifferenzierung und in Anle
Literaturkritik
Die Literaturkritik ist die dominante Institution im literarischen Feld, weil der Grad der Aufmerksamkeit, den sie einem Autor schenkt, der wichtigste Indikator für dessen Status ist. Sie ist der Schauplatz, auf dem die Frage entschieden wird, ob die Anerkennung eines bestimmten Textes als Literatur
Orchestrierung
Blickt man nun auf den bislang entwickelten Gedankengang zurück, dann können sich spätestens an dieser Stelle einige Fragen aufdrängen. Wenn aus institutioneller Sicht die Interpretation und Bewertung von Texten, die als literarische betrachtet werden, sich auf kein argumentatives Kontinuum und auf
Autor
Aus institutioneller Sicht taucht das Konzept des Autors, so wie es heute im literarischen Feld zu erkennen ist, etwa ab dem 18. Jahrhundert auf. Bis dahin verstanden sich Autoren zumeist als Vermittler einer sie übersteigenden Tradition, die nur kleine Variationen in überlieferten Stoff-und Formkom
Intentionalität
Mit dem modernen Konzept vom Autor geht auch eine Veränderung im Bereich der Intentionalität einher. Grob gesprochen, war jahrhundertelang eine Trennung zwischen der Intention des Autors, der aus dem Text sprechenden Intention und der Intention, die der Leser im Text erkannte, undenkbar gewesen. Die
Poetik
Wurde bislang Intentionalität im Zusammenhang mit einzelnen Texten besprochen, so ist hinzuzufügen, dass für den Autor auch auf einer allgemeinen Ebene Intentionalität eine wichtige Rolle spielt: da, wo seine Texte im Zusammenhang mit seiner Poetik gesehen werden können. 1937 wurde der französische
Mimetische Poetik
Wenn in mimetischen Poetiken (mimetic theories) Aussagen zu Art, Funktion und Eigenschaften von Texten getroffen werden, dann wird der Bezug zwischen dem literarischen Werk und der Wirklichkeit betont. Dieser Bezug ist ein nachahmender. Die nachzuahmenden Gegenstände können den unterschiedlichsten B
Pragmatische Poetik
In der zweiten Gruppe von Poetiken, den pragmatic theories, wird der Leser in das Zentrum der Literatur gerückt. Abrams skizziert diese Variante anhand der Poetik des englischen Schriftstellers und Essayisten Sir Philip Sidney (1554-1586) und seiner The Apologie for Poetry. Sidney schreibt der Dicht
Expressive Poetik
Der Kernsatz der expressiven Poetiken (expressive theories) ist ein Zitat des englischen Romantikers William Wordsworth (1770-1850), das sich im Vorwort zu den Lyrical Ballads findet: «Poetry is the spontaneous overflow of powerful feelings.» Das entscheidende Kriterium für gute Poesie ist damit nic
Autonomistische Poetik
Der vierte Poetik-Typ (objective theories) gründet nicht auf etwas außerhalb der Dichtkunst, wie das Universum, das Publikum oder den Autor, sondern auf der Dichtung als Dichtung - deswegen sprechen wir hier von autonomistischen Poetiken. Das zirkuläre Element dieser Literaturauffassung taucht in d
Eingriffsmöglichkeiten
Hier ist nun der Punkt erreicht, an dem wir die oben gestellte Frage nach dem Spielraum von Autoren zur Steuerung ihres Erfolgs bei der Literaturkritik wieder aufgreifen können: Indem Autoren Interviews geben oder sich selber als Literaturkritiker und Essayisten betätigen, können sie ihre Stimme in
Leser
Angesichts eines Konzepts des literarischen Feldes, das hauptsächlich vom Kampf um Positionen und Macht geprägt ist, verwundert es kaum, dass die Leser als Teil dieses Feldes relativ wenig analytische Aufmerksamkeit aus institutioneller Perspektive erfahren haben. Anders als die Institutionen und di
Verlage
Aus institutioneller Sicht sind es nicht inhärente Eigenschaften von Texten, die bestimmte Werke zu literarischen machen. Es sind die Institutionen des literarischen Feldes, die in ihrem Wechselspiel, in ihrem Konkurrenzkampf und durch die (Literatur-)Auffassungen, die sie teilen, einen Text als lit
Literaturunterricht
Schule und Universität sind im Rahmen der Theorie Bourdieus im Grunde nichts anderes als Institutionen, in denen kulturelles Kapital kulturellem Kapital hinzugefügt wird, wodurch die sozialen Ungleichheiten verdoppelt, konsekriert und zugleich als «natürliche Begabung» verschleiert werden (vgl. Bour
Literaturpolitik, Buchhandel und Bibliotheken
Die in diesem abschließenden Unterkapitel zu besprechenden Inslilulio nen teilen die Eigenschaft, bei der Verteilung symbolischer Anerkennung, weniger wählerisch zu sein als die zuvor besprochenen. Deswegen spie len sie bei der symbolischen Produktion auch nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch wi



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